Skitest 2015/16: Allmountain Performance Ski

Bitte nicht falsch verstehen: Unsere Überschrift soll nicht suggerieren, dass diese Modelle ein austauschbares Einerlei wären. Vielmehr bringt sie die Stärke ­dieser Ski-Kategorie auf den Punkt – es sind Bretter, die sich an jedem Ort und bei allen Schneebedingungen pudelwohl fühlen

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Text: Florian Tausch

Der Charakter

Wenn man sich mit den Experten der Ski-Industrie über Allmountain-Performance-Ski unterhält, fällt früher oder später fast zwangsläufig ein bestimmter Begriff. Und auch beim Formulieren unserer Texte zu den Testmodellen mussten wir uns größte Mühe geben, den Begriff nicht bei ­jedem Ski zu verwenden. Er lautet: „Eierlegende Wollmilchsau“. Es ist aber ein Wortkonstrukt, das den Charakter dieser Kategorie perfekt beschreibt: Es sind Ski für alle Fälle. Für den ganzen Berg. Für alle Schneebedingungen. Warum man dann überhaupt noch die anderen Kategorien braucht? Böse Zungen könnten behaupten, dass die Allmountain-Latten nichts perfekt können – und das stimmt auch: Slalom-Ski sind aggressiver, Riesenslalom-Ski stabiler, Allrounder komfortabler, Freeride-Ski geländetauglicher. Aber (und das ist ein „aber“ mit Ausrufezeichen): Keine andere Kategorie kann in allen Belangen mit derart ausgewogen guten Eigenschaften punkten! Und die Leistungsreserven in allen Bereichen sind groß – so groß, dass 90 Prozent aller Fahrer den Ski nicht ans Limit bringen können. Klar: Wenn man vorhat, die Streif in weniger als zwei Minuten hinabzudüsen, sollte man eher zum Riesenslalom-Gerät greifen. Aber wer macht das schon? Eben! Und genau das ist der Erfolg der Allmountain-Ski: Auf harter Piste sind sie gecarvt wie gedriftet gleichermaßen sportlich zu fahren. Wenn am Nachmittag oder im Frühling der Schnee weicher wird, gleiten sie mühelos über Sulz und Firn. Und sollte nach Neuschnee neben der Piste einmal das Tiefschnee-Abenteuer locken muss man mit einem Allmountain-Ski auch den Abstecher ins Gelände nicht scheuen. Dabei lassen sich diese Sportgeräte stets ohne allzu großen Kraftaufwand bewegen.

Die Konstruktion

Die enorme Vielseitigkeit dieser Ski wird zunächst durch ihren Shape vorgegeben: Im Test lagen alle Modelle zwischen 80 und 85 mm. Damit sind diese Ski etwas breiter als die reinen Pisten- oder Race-Modelle – in etwa im Bereich klassischer Tourenski. Die zusätzlichen Millimeter bringen vor allem im Weichen und Zerfahrenen das entscheidende Plus an Stabilität, machen sich jedoch hinsichtlich der Performance auf harter Piste kaum negativ bemerkbar. Die sportlichen Carving-Eigenschaften bekommen die Modelle aber auch durch ihren hochwertigen Aufbau eingeimpft – dieser unterscheidet sich nämlich kaum von echten Rennski: Zumeist werden Sandwich-Konstruktionen mit Seitenwangen und Titanal-Einlagen (hier ca. 0,5 mm dick, statt ca. 0,8 bei den Riesenslalom-Racern) verwendet. Dies macht die Ski sehr verwindungssteif, laufruhig und bissig auf der Kante. Für Geländegängigkeit und gutes Aufschwimmen sorgen neben der Breite auch Rocker-Konstruktionen, die hier etwas ausgeprägter sind, als bei den reinen Pisten-Modellen. Viele Hersteller setzen sogar auf einen Tip-und-Tail-Rocker, bei dem auch das Ski-Ende leicht aufgebogen ist. Auch der Radius ist ganz auf variables Fahrverhalten abgestimmt – mit zumeist 16 bis 17 Metern lassen sich alle Schwungformen gut realisieren.

Für welche Fahrer eignen sich Allmountain-Performance-Ski?

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„Keine andere Kategorie kann in allen Belangen mit derart ausgewogen guten Eigenschaften punkten.“

Für sportliche Ski-Freaks ist dies mit die wichtigste Kategorie. Wer nicht ganz gezielt nach den noch dynamischeren Fahreigenschaften der Sport-Performance- und Race-Kategorien sucht, für den sind die Allmountain- Performance-Ski erste Wahl, kann man mit diesen doch morgens die Neuschneehänge hinabpowdern, dann auf harter Piste Carving-Turns in den Schnee fräsen und am Nachmittag gemütlich durch den Sulz cruisen – und das ist ja für die meisten Fahrer eigentlich alles, was einen gelungenen Skitag ausmacht. Aufgrund der harmonischen Eigenschaften, kommen auch weniger Geübte mit diesen Ski zurecht. Allerdings wären sie damit doch etwas „übermotorisiert“, das volle Potenzial dieser Bretter können nur geübte Fahrer ausschöpfen.

Den kompletten Test inklusive aller Daten, Statistiken und Bewertungen erhalten Sie in Heft 6/2015 von Skimagazin. Hier können Sie das Heft nachbestellen

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Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: SkiMAGAZIN Nr. 06 / 2015

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