Skitest 2015/16: Die Top-Riesenslalom-Ski

Auf diese Ski können Sie bauen: Um mit höchstem Tempo durch lang gezogene Turns zu donnern, braucht man extrem laufruhige Ski, die einem selbst auf härtestem Untergrund die nötige Stabilität bieten: Riesenslalom-Ski, die ihre Vorbilder im Weltcup finden

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© Tecnicablizzard/Alessandrobelluscio, Marker Völkl Intnl./Mathis

Text: Florian Tausch

Der Charakter

Riesenslalom – eigentlich ist der Begriff an dieser Stelle nicht ganz korrekt, zumindest, wenn es nach dem internationalen Ski-Verband FIS geht. Dieser schreibt für Riesenslalom-Ski, die im Weltcup, bei Weltmeisterschaften oder sonstigen FIS-Rennen zum Einsatz kommen, seit einigen Jahren einen Radius von mindestens 35 Metern vor. Nur: Solche Ski sind von einem Amateur-Fahrer kaum zu beherrschen und dementsprechend auch kaum in normalen Sportgeschäften erhältlich. Trotzdem nennen wir die in dieser Kategorie getesteten Ski zu Recht „Riesenslalom“, denn diese Modelle orientieren sich ganz klar an den gleichnamigen Weltcup-Ski. Es sind quasi „entschärfte Versionen“, die etwas stärker tailliert und weniger aggressiv ausgelegt sind als ihre Vorbilder aus dem Profi-Sport, aber dennoch das gleiche bieten: Absolute Tempofestigkeit, maximalen Kanten-griff und totale Laufruhe bei lang geschnittenen Schwüngen. Aufgrund ihres harten Flex’ und ihrer hohen Torsionssteifigkeit sind sie selbst bei sehr harten oder eisigen Verhältnissen extrem spurtreu. „Unsere“ Riesenslalom-Ski sind damit die sportlichsten und schnellsten Ski für sehr ambitionierte Hobby-Fahrer. Alles, was es darüber hinaus gibt, richtet sich an Fahrer, die mindestens aus dem semi-professionellen Bereich kommen.

Die Konstruktion

Auch im Innenleben gleichen die Ski weitgehend den großen Vorbildern. Laufruhe, Kantengriff, Torsionssteifigkeit und perfekte Kraftübertragung werden über einen sehr hochwertigen Aufbau und ausgesuchte Materialien erreicht. Eine Sandwich-Bauweise mit Holzkern, zwei Titanaleinlagen und Seitenwangen ist obligatorisch. Optimal angepasste Platten- und Bindungssysteme, die selbst feinste Steuerimpulse direkt übertragen, spielen eine weitere wichtige Rolle. Die gemäßigte Taillierung gibt einen Radius von ca. 17 bis 20 Metern vor. Dabei misst die Schaufel in der Regel um 115 mm. Ein schmales Ende (um die 98 mm) entlässt den Ski am Kurvenausgang sanft in die nächste Gerade, um sofort wieder Geschwindigkeit aufnehmen zu können. Unter der Bindung sind Riesenslalom-Modelle geringfügig breiter als Slalom-Ski (um 70 mm), was einerseits immer noch sehr schnelle Kantwechsel begünstigt, andererseits satter im Schnee liegt. Einige Hersteller verbauen zwar auch in dieser Kategorie (gemäßigte) Rocker-Konstruktionen, die meisten bringen jedoch die klassische Vor-spannung an den Start – diese ist in Sache Laufruhe und Stabilität nach wie vor das Maß aller Dinge.

Für welche Fahrer eignen sich Riesenslalom-Ski?

Diese Ski sind für Tempo und langgezogene geschnittene Schwünge gemacht. Fliehkraft-Fans, die ihre Bahnen am liebsten wie auf Schienen den Hang hinabziehen und sich im mittleren bis oberen Tempobereich wohlfühlen, liegen mit den Riesenslalom-Latten also richtig. Aber: Es gehört eine gehörige Portion Kraft und Können dazu, um diese High-End-Geräte zu beherrschen. Ihr harter Flex muss in jeder Kurve konstant durchgetreten werden, damit die Kante auf ganzer Länge in den Schnee greift und durch die relativ schmale Schaufel, muss die Kurve sehr aktiv vom Fahrer eingeleitet werden. Alles in allem handelt es sich bei den RS-Modellen also um Bretter für echte Experten, die beste körperliche und fahrtechnische Voraussetzungen mitbringen. Und: Aufgrund ihrer Härte eignen sich vor allem für große und schwere Fahrer.

Den kompletten Artikel inklusive aller Daten und Bewertungen erhalten Sie in Heft 4/2015 von Skimagazin. Hier können Sie das Heft nachbestellen.

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Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: SkiMAGAZIN Nr. 04 / 2015

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