Skitest 2015/16: Die Top-Slalom-Ski

Eng, enger, am engsten! Wer wie die Weltcup-Helden durch einen (imaginären) Stangenwald tanzen möchte und dabei einen Kurzschwung an den nächsten reiht, für den ist ein hochsportlicher Slalom-Ski erste Wahl. Aber Vorsicht: Für diese Fahrweise brauchen Sie jede Menge Kraft und Technik

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© Head, Stöckli

Text: Florian Tausch

Der Charakter

Alles an diesen Ski ist darauf ausgelegt, möglichst schnelle und enge geschnittene Schwünge fahren zu können. Slalom-Modelle verfügen über einen aggressiven Einzug – die relativ breite, steife Schaufel fräst sich schon beim kleinsten Kantwinkel mit Schmackes in den Schnee. Im Kurvenverlauf kann sich der Fahrer selbst bei sehr harten oder eisigen Bedingungen auf einen bombenfesten Kantengriff verlassen. Am Ende des Schwungs gibt einem der Ski einen kräftigen Rebound mit, um schnell aus der Kurve „herauszukommen“ und die nächste in Angriff nehmen zu können. Slalom-Ski zeichnen sich also durch Sportlichkeit, Agilität und auch eine sehr hohe Eigendynamik aus. Sie sind hart abgestimmt und verfügen mit der breiten Schaufel und der schmalen Mitte über eine recht extreme Taillierung. All das macht sie sehr aggressiv und dynamisch, sorgt an anderer Stelle aber auch für Nachteile: Komfortabel sind diese Ski nicht. Selbst kleine Fahr-fehler werden sehr schnell bestraft. Und sie saugen einem schnell die Kraft aus den Beinen. Wer die harten Bretter stundenlang durch enge Radien treten möchte, der braucht einiges an Körnern. Zwischendurch gemütlich zu driften ist auch nur bedingt eine Alternative, denn bei dieser Fahrform zeigen sich Slalom-Ski eher störrisch. Auch in Sachen Laufruhe bei größeren Bögen muss man Abstriche hinnehmen – zumindest, wenn Sie den Ski in der empfohlenen kurzen Länge fahren.

Die Konstruktion

Die hohe Sportlichkeit der Slalom-Racer erreichen die Hersteller durch die klassische Sandwich-Bauweise, nach der auch die Ski der Weltcup-Stars gefertigt werden: Bei dieser steht ein mehrfach geschichteter, sehr steifer Holzkern im Mittelpunkt. Zwei Titanal-Einlagen – eine über und eine unter dem Kern – sorgen für hervor-ragende Steifigkeit, sowohl was den Flex als auch die Verwindungshärte um die Längsachse angeht. Gemeinsam mit den Seitenwangen bringt dies den nötigen Kantenbiss.

Für eine perfekte Kraftübertragung schon bei kleinsten Steuerimpulsen sorgt eine hochwertige Bindung, die auf einem Plattensystem montiert ist.

Charakteristisch ist die starke Taillierung mit der breiten Schaufel und der schmalen Mitte. Die Spitze misst um die 120 mm, meist sogar etwas darüber, während der Ski unter dem Fuß gerade einmal 66 bis 70 mm breit ist. Letzteres sorgt für spielend leichte Kurvenwechsel und unterstützt auch den guten Kantengriff. Aus den Dimensionen des gesamten Seitenzugs ergibt sich zudem der enge Radius dieser Modelle, der um die 12 bis 13 Meter liegt. Dabei ist im Vergleich zu den vergangenen Jahren ein leichter Trend nach oben fest-zustellen. Ob Rocker oder nicht – an dieser Frage scheiden sich bei den Herstellern zumindest in den Race-Kategorien noch die Geister: Etwa die Hälfte der Ski kommt mit der klassischen Vorspannung ohne aufgebogene Spitze, die andere Hälfte mit Rocker – wobei dieser in der Slalom-Kategorie dann minimal ausfällt.

Für welche Fahrer eignen sich Slalom-Ski?

Auch wenn sich Slalom-Ski nicht zuletzt aufgrund ihrer kurzen Länge leicht drehen lassen, sind sie nicht die passenden Modelle für Einsteiger oder Genießer. Aufgrund ihrer Aggressivität und Härte verlangen sie nach einem fortgeschrittenen bis hochsportlichen Fahrer, der über Kraft, Kondition und Technik verfügt. Diese Ski neigen leicht zum Verschneiden und müssen auch von geübten Ski-Cracks stets sehr konzentriert gefahren werden. Sportler, die das Gesamtpaket aus körperlichen und technischen Voraussetzungen mitbringen und sich in der Kurzschwung-Welt zu Hause fühlen, finden mit den Slalom-Ski jedoch das ideale Material.

Den kompletten Artikel inklusive aller Daten und Bewertungen erhalten Sie in Heft 4/2015 von Skimagazin. Hier können Sie das Heft nachbestellen.

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Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: SkiMAGAZIN Nr. 04 / 2015

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