Hütten Talk

Die Skilehrer-Misere

Von Jupp Suttner

Der Schorsch stellte beim Hütten-Ratsch nach zwei Achterl Rotwein plötzlich die Frage: „Wieviel verdient eigentlich so ein Skilehrer?“ Christian wusste die Antwort: „Als Anfänger zwischen 10 und 20 Euro pro Stunde in Deutschland.“ Das sei aber wenig, verzogen wir das Gesicht. Ein staatlich geprüfter Pisten-Pädagoge komme dafür durchaus auf 30 bis 50 Euro, so der Christian. Was uns wieder etwas beruhigte.

Warum der Schorsch gefragt hatte? Weil sich immer weniger junge Männer in Deutschland dafür entscheiden, Skilehrer werden zu wollen. Und in Österreich sei es nicht anders. Dort locke zwar vielerorts ein Grundgehalt von 1.400 Euro – bei freier Kost und Logis. Doch der Nachwuchs fehle auch in Tirol und im Salzburger Land. Sogar Holländer würden inzwischen des Skilehrer-Mangels wegen als Lehrmeister eingesetzt!

Grund der Misere, so der Schorsch: Die meisten jungen Menschen würden lieber einen sicheren Ganzjahres-Job anstreben statt einer prickelnden Saison-Beschäftigung. Die berühmte Après-Ski-Frage an den Skilehrer („Und was machst Du im Sommer?“) könne dieser nicht mehr hören. Skilehrer in Neuseeland oder Chile? Rafting-Guide in den Alpen? Regale befüllen beim Discounter? Die Jobs liegen nicht auf der Straße.

Und das berühmte Trinkgeld? Flösse, so Christian abschätzig, in nennenswertem Maße nur in Edel-Destinationen wie St. Moritz, Gstaad, Kitz oder Lech am Arlberg. In den meisten anderen alpenländischen Destinationen hingegen kursiere nur wenig schneller, schwarzer Zaster, der Jünglinge dazu verlocken könnte, Skilehrer werden zu wollen.

„Alles hat seine Zeit“, dozierte der Schorsch, als sei er Schopenhauer. „Und jene des Berufes Skilehrer ist zwar beileibe nicht abgelaufen. Doch der Job hat sich geändert. Einzige Lösung, um mehr Youngster für die Anforderungen zu begeistern: einen Ganzjahres-Beruf daraus machen!“ Eine Aufgabe, bei deren Lösung vor allem die Tourismus-Branche gefordert sei. „Geld genügend besitzt sie ja“, so der Christian.

Und so orderten wir rasch ein paar weitere Achterl – um diesen Geldbestand der Fremdenverkehrsbranche noch ein wenig zu erhöhen.

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Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: SkiMAGAZIN Nr. 02 / 2014

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