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Gitschberg Jochtal: Eisacktaler Schneehochzeit

Mit der Seilbahnverbindung der beiden Skigebiete Gitschberg und Jochtal gaben sich Vals und Meransen das „Ja“-Wort. Dieser Bund fürs Leben eröffnet Schneesportlern abwechslungsreichen Carvinggenuss auf über vierzig Pistenkilometern. Den Familien halten die Eisacktaler Wintersportorte weiterhin die Treue. Die erstklassigen Anfänger- und Kinderreviere gehören mit zu den besten Südtirols

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Text Rita Balon Bild TVB

Großer Bahnhof im Skigebiet

Gitschberg Jochtal. Zur offiziellen Vermählung der Seilbahnverbindung kam sogar der Landeshauptmann Südtirols, Luis Durnwalder, aus Bozen angereist. Am 18. März 2012 stand er Pate, als sich Vals und Meransen an der Bergstation Schillingbahn mit Pauken und Trompeten, Landesfürsten und Lokalgrößen das „Ja“-Wort zum Zusammenschluss der beiden Ski-gebiete gaben. Endlich ist es soweit. Schließlich ist die Verbindung seit fast zwanzig Jahren geplant. Die Ehe auf Probe haben sie sogar schon bestanden. Denn schon seit Beginn der letzten Skisaison laufen die neuen Bahnen zwischen Vals und Meransen auf Hochtouren.

Durch die Liaison ist Gitschberg Jochtal mit insgesamt 44 Pistenkilometern nun das größte Skigebiet im Eisacktal. Das hatte sich wohl unter den Wintersportfans ziemlich schnell rumgesprochen. Bereits in der ersten Saison gab’s ordentliche Zuwachsraten. „Seit dem Zusammenschluss haben wir 16 Prozent mehr Gäste“, verkündet der Präsident der Gitschberg Jochtal AG Karl Leitner stolz. Trotzdem bleiben die Eisacktaler auf dem Teppich. „Wir wollen uns auf keinen Fall mit den ganz großen Skigebieten messen“, so das Credo des Präsidenten. „Unser Ziel ist es, den Gästen mehrere verschiedene Möglichkeiten des Skisports zu einem fairen Preis-Leistungs-Verhältnis zu bieten.“ Im Vergleich mit anderen Skigebieten zahlt der Gast für den Skipass jedenfalls bis zu 15 Prozent weniger. Beispielsweise kostet der Tagespass in der Hochsaison 40 Euro für Erwachsene und für Kinder 27 Euro. Unter 8-Jährige fahren frei.

Alte Geschichten und legendäre Aussichten

Auf alle Fälle profitieren Genussskifahrer und Familien gleichermaßen von den Bahn-Investitionen. „Die neue Kabinenbahn ist eine große Erleichterung, um die Kinder sicher auf den Übungshang zu bringen.“ Mit diesen Worten hilft Skilehrer Ernst von der Skischule Vals-Jochtal dem Skinachwuchs beim Einstieg in die Schillingbahn. Auf 1.523 Metern macht die insgesamt zwei Kilometer lange Bahn einen Zwischenstopp am Übungshang. Lärmend steigt die Rasselbande aus. Die anderen bleiben sitzen und fahren eine Etage höher bis zur Bergstation, dem Knotenpunkt zum Gitschberg. Auf 1.811 Metern heißt es umsteigen in die Gaisjochbahn. Doch statt bergauf, geht es wie bei der Achterbahn, nur sanfter, erst mal hundert Meter bergab. Scheinbar schwerelos schwebt die Bahn 80 Meter über dem von einer dicken Schneedecke zugedeckten, wildromantischen Altfasstal. Ebenso großartig wie diese Besichtigungstour ist aber auch das Wunderwerk alpiner Technologie. Denn mit 1.960 Metern hat die Einseilumlaufbahn ein außergewöhnliches Spannfeld.

Der Gitschberg ist von Natur aus ein perfekter Skiberg mit besonderer Note. Allein um seine Namensherkunft ranken vielerlei Legenden. Am schönsten und plausibelsten klingt die Erzählung, dass der Berg nach dem südtirolerischen Ausdruck für Mädchen „Gitschen“ genannt wäre. Wie ein weit ausgestellter Rock ziehen sich die Flanken des Bergrückens vom Gipfel bis ins Tal. Meist strahlt er wie ein blütenweißer Petticoat in der Sonne. Laut Statistik scheint sie im Eisacktal nämlich an durchschnittlich 280 Tagen im Jahr. Dementsprechend fantastisch ist auch oft die Fernsicht vom 2.510 Meter hohen Gipfel. Vom höchsten Punkt im Skigebiet reicht das 360-Grad-Panorama auf die Dolomiten, Zillertaler, Stubaier und Ötztaler Alpen. Über 500 Gipfel, darunter viele 3.000er, sind zum Greifen nahe.

Auf dem Hausberg von Meransen sind Familien und Genießer an der richtigen Adresse. Die südseitigen Hänge liegen den ganzen Tag über in der Sonne, sodass selbst im Hochwinter die Gefahr zu frieren relativ gering ist. Die breiten, nicht allzu steilen Hänge sind ideal, um im Familienverbund gemütlich abzufahren. Ebenso finden Carvingfans eine ganze Reihe Reviere, um in weiten Kurven auf der Kante die Fliehkräfte wirken zu lassen. Zu den schönsten Strecken zählt die mehr als 4,5 Kilometer lange Abfahrt vom 2.510 Meter hohen Gitsch-Gipfel bis hinunter nach Meransen auf rund 1.400 Metern. Könner toben sich unterdessen auf der fast zwei Kilometer langen Sergerwiese aus. Sie ist die einzige schwarze Piste am Gitschberg.

Dank der lückenlosen Verbindung kann jeder ganz nach Lust und Laune die Skigebiete wechseln und die Hänge wählen, die seinen Fähigkeiten am besten entsprechen. Im Skigebiet Jochtal sind sportliche Skifans auf den anspruchsvollen Pisten, vier sind schwarz eingestuft, in den höheren Regionen zu Hause. Parallel dazu gibt es aber auch eine Vielzahl sanfter Optionen. Wie zum Beispiel die über drei Kilometer Talabfahrt und die Panoramapiste von der rund 2.100 Meter hohen Bergstation Steinermandl.

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Waschechte Familien-Reviere

Für Familien sind Vals und Meransen geradezu maßgeschneidert. Keine Bettenburgen, kein Rummel und kurze Wege zeichnen die beiden Orte aus. Das abgelegene Dörfchen Vals kuschelt sich wohlbehütet in den stillen Talschluss. Hier beginnen die Winterfreuden direkt vor der Haustür der familienfreundlichen Unterkünfte, ebenso wie in Meransen. Die älteste Gemeinde im Eisacktal liegt beschaulich auf einer sonnigen Hochebene direkt am Fuße des Gitschbergs. Alte Höfe, gemütliche Pensionen und Hotels versammeln sich rund um die spätgotische Kirche.

In den beiden Skischulen Vals-Jochtal und Gitschberg spielen pädagogisch ausgereifte Betreuungsprogramme für den Skinachwuchs eine große Rolle. Vom spielerischen Einstieg bis zum perfekten Dreh im Schnee werden die Lernziele kind- und altersgerecht gesteckt. Mit Erfolg. Für ihre speziellen Angebote in Bezug auf Familienfreundlichkeit wurde sie schon öfter ausgezeichnet. So trägt Vals Jochtal die Auszeichnung „Top für Anfänger“. Und die Skischule Vals-Jochtal bekam das Qualitätsgütesiegel „Spezialisierte Kinderskischule“ in Gold von den Südtiroler Skischulen verliehen.

Das Skigebiet Gitschberg Jochtal zählt zu den fünf besten Kinderski-gebieten Italiens. Sowohl an den zwei Übungshängen und dem Kinder-funpark oberhalb von Meransen, als auch im großen Kinderpark mit Skikindergarten in Vals sind die Kleinen die Größten. In jedem Fall wissen die Eltern ihren Nachwuchs stets in besten Händen der Skilehrer. So können sie ein paar unbeschwerte Stunden auf den Pisten genießen und auch mal in der Hütte hocken bleiben oder es sich im Liegestuhl bequem machen und die Sonne auf die Nase scheinen lassen.

Apropos Hütten: Mehr als ein Dutzend stehen zur Wahl, und alle sind sie klein, urig und gemütlich. Was den Speiseplan angeht, ist neben den typischen italienischen Gerichten wie Pasta, Polenta und Pizza Bodenständiges angesagt. In vielen Hütten werden althergebrachte Spezialitäten aus dem Eisacktal wie Schlutzkrapfen, Tirtl, Geselchtes mit Sauerkraut oder Knödeln angeboten.

Liebhaber von Knödeln sind in der Anratterhütte genau richtig. Denn hier stehen alleine 15 verschiedene Arten von Knödeln und Knödelgerichten auf der Speisekarte. Die Anratterhütte wurde übrigens 2011 von den Leserinnen und Lesern der Tageszeitung Dolomiten zur schönsten Skihütte Südtirols gewählt. Darauf sind die Wirtsleute natürlich besonders stolz, und sie tun alles, dass die Gäste sich wohlfühlen. Dazu trägt auch die ausgesprochen freundliche Bedienung bei. „Das war schon immer so bei uns“, betont Sebastian Mair, genannt Wastl-Wirt. Generell wird in allen Hütten der Almenregion Gitschberg Jochtal bester Service gepflegt – auch in dieser Beziehung sind sich die beiden zusammengeschlossenen Skigebiete treu geblieben. <<<

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