Das weiße Herz der Steiermark

Schneesicherheit und kurze Wege machen die Tauplitz seit jeher zu einem perfekten Familienparadies. Mit langen, breiten Carvingpisten, modernen Aufstiegsanlagen, darunter die längste und stärkste 8er-Kabinenbahn der Steiermark, und unzähligen Freeride-Freiräumen läutet das verträumte Skigebiet im Salzkammergut eine neue Ära ein

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Text Rita Balon Bild Tauplitzer Fremdenverkehrsgesellschaft

Hohe Schneemauern säumen die Wege, dicke Schneekissen glitzern auf den Dächern und die Berge ringsum tragen ihr schönstes Winterkleid. „In der Regel liegen bei uns im März immer noch rund drei Meter Schnee“, erklärt Bernhard Michelitsch, Marketingchef der Tauplitzer Seilbahnen, das Wintermärchen auf der rund 1.650 Meter hohen Tauplitzalm mitten im Frühling. Hier schlägt das weiße Herz der Steiermark. Bedingt durch seine geografische Lage gehört die Region im Salzkammergut zu den schneesicheren Gebieten Österreichs. Die Aufzeichnungen belegen Höhen bis zu vier Meter. Ausschlaggebend für diesen Reichtum ist die Nordstaulage im Umkreis des Dachsteinmassivs. So versinkt die Tauplitz, deren höchste Gipfelstation bis auf knapp 2.000 Meter reicht, allwinterlich im Weiß und zaubert bis weit ins Frühjahr eine kompakte Schneedecke auf das über vierzig Pistenkilometer umfassende Skigebiet.

Schon immer gilt die Tauplitzalm als Paradies für Familien. Auf dem autofreien Hochplateau liegen wie zufällig dahingestreut Hotels, Hütten und Gasthöfe. Keine Hektik, kein Lärm, nur ab und zu mal übertönt das fröhliche Gejauchze einer Kinderskigruppe die Stille. Das verträumte Almdorf ist eine abwechslungsreiche Winterspielwiese für Groß und Klein.

Alles liegt vor der Haustür: Skipisten, Skikindergarten, Loipen und seit letzten Winter auch ein fünf Kilometer langer, geräumter Winter-wanderweg. „Die Tauplitz hat mächtig in den Wintersport investiert“, erklärt Bernhard Michelitsch beim Einstieg in die längste 8er-Kabinenbahn der Steiermark. 18 Millionen Euro hat die Fremdenverkehrsgesellschaft in die bessere Erschließung des Skigebiets von Bad Mitterndorf aus aufgewendet, 20 Prozent davon kamen vom Land Steiermark. Das hat sich bezahlt gemacht. „Die technische Aufrüstung im Winter 2010/11 hat uns über fünf Prozent mehr Gäste gebracht“, berichtet der Marketingchef. Dabei sorgt die 2,5 Kilometer lange Gondelbahn auf den Mitterstein nicht nur für mehr Komfort bei der Auffahrt. Sie erschließt auch den westlichen Teil des Skigebietes völlig neu. Acht Kilometer zusätzliche Pisten machen nun das uneingeschränkte Pendeln auf Ski zwischen Almplateau und Lawinenstein-Südhang möglich. Darunter eröffnet sich eine weitere, anspruchsvolle Abfahrtsdimension. Die 3,7 Kilometer lange Mitterstein-Piste ist mit einem Höhenunterschied von 700 Metern der steilste Hang im Skigebiet und ein echtes Highlight für Sportskanonen.

Ein Paradies für Familien und Freerider

Alles in allem bietet die Tauplitz mit ihren sehr langen und breiten Abfahrten für jeden Schneesportler das richtige Revier. Von den mehr als 40 Pistenkilometern ist nahezu die Hälfte rot, also für Könner genau das Richtige. Ideal für Familien und alle, die eine gemütliche Gangart lieben, sind die sanft geneigten Pisten im Bereich des Lärchkogels und des Hollhaushanges sowie die recht breiten und langen Talabfahrten nach Tauplitz und Bad Mitterndorf.

Darüber hinaus gehört die Tauplitz seit langem zu den Geheimtipps unter Variantenfahrern. Der bekannte Freerider Matthias Hauni Haunholder verrät in seinem Blog: „Die Tauplitz ist ein kleines Freeride-Juwel in der Steiermark. Da es noch nicht so bekannt ist, hat man auch Tage nach dem letzten Niederschlag die Möglichkeit, unverspurtes Gelände zu fahren.“ Damit meint er die Tiefschneereviere am Schneiderkogel und die unpräparierte, etwa einen Kilometer lange Krallersee-Ostabfahrt am Lawinenstein. Von ihr behaupten Insider, dass es wohl kaum einen Hang in den östlichen Alpen gäbe, der sich mit ihr an sportlicher Herausforderung messen könne. Seit der Infrastrukturverbesserung eröffnen sich nun abseits der Mitterstein-Pisten eine ganze Reihe zusätzlicher Freeride-Freiräume in erstklassiger Lage oberhalb der Baumgrenze.

Großes Freiluftkino Auch was das Panorama angeht, bietet die Tauplitz ständig neue Perspektiven – vom gewaltigen Dachstein-Massiv über das zerklüftete Tote Gebirge bis zum Grimming.

Immer wieder schiebt sich das grandiose Felsenmassiv ins Blickfeld – mal kolossal als unbezwingbare Felsmauer, mal zerspalten und eher unspektakulär. Der Gipfellift II auf den 1.965 Meter hohen Lawinenstein ist zwar relativ kurz und erschließt keine großartige Abfahrt, doch der Abstecher lohnt sich wegen der Aussicht. Von dort hat man den schönsten Blick auf den alles überragenden Dachstein und auf das Tote Gebirge. Ein paar Schwünge tiefer, auf 1.884 Meter, lädt die höchste Skihütte in der Steiermark zum Ski abschnallen ein. Auf der Terrasse des S’Kriemandl serviert Hüttenwirt Markus saftige Ripperl, herzhafte Kasnocken und als Beilage das prachtvollste Panorama auf die schroffe Erhabenheit des Grimming. Hier oben scheint er zum Greifen nahe. Wie alle Berge hat auch er seine eigenen Geschichten und Mythen. Im Mittelalter hielt man ihn für den größten Berg der Alpen und so manche Legende rankte sich um den Kalkstock. Das weiß man heute zwar besser. Aber immerhin ist der Grimming mit 2.351 Metern der höchste frei stehende Berg Europas.

Schneesportlicher Tausendsassa aus Tradition

Der Lawinenstein gehört zu den Gipfeln, die Skigeschichte geschrieben haben. Vor mehr als hundert Jahren, genauer gesagt im Dezember 1905, gelang es dem Förster Hiob Engl und dem Lehrer Ferdinand Sulzbacher erstmals, den berüchtigten „Lawinen-stein“ auf der Tauplitzalm mit Ski zu befahren. Und bereits im Winter 1906/07 kamen Skisportbegeisterte Städter auf das Hochplateau. Danach ging es Schlag auf Schlag. Almhütten wurden winterfest gemacht, Skikurse ausgeschrieben und viele andere Dinge unternommen, um die Wünsche der Skifahrer zu erfüllen. Bereits 1911 fanden hier die öster-reichischen Skimeisterschaften statt. Und im Jahr 1927 wurde erstmals der Abfahrtslauf „Zur silbernen Schneerose“ vom Gipfel des Lawinensteins gestartet. 1931/32 folgte der bekannte Alpinist und Tibetforscher Heinrich Harrer dem Ruf der Tauplitzalm, die er als Hüttenwart, Bergführer und Skilehrer mitgestaltete. Eine Pioniertat für den modernen Skilauf beging 1935 der junge Tauplitzer Skilehrer Viktor Hierzegger. Er entwarf und errichtete den ersten Schlepplift in Österreich. Mit einem weiteren Skisuperlativ machte die Tauplitz 1954 von sich reden, als der längste Sessellift der Welt, mit vier Kilometer Gesamtlänge eingeweiht wurde.

Die Tauplitz ist ein schneesportlicher Tausendsassa. Zum einen ist es der Mix aus anspruchsvollen und familienfreundlichen Abfahrten und zum anderen sind es die erstklassigen Langlaufreviere. Allein über die sonnenverwöhnte Tauplitzalm spannt sich ein kilometerlanges Netz mit bestens gespurten Loipen. Das bestätigen sogar die Langlaufprofis. Denn für das Weltcuptraining sind sowohl die natürliche Schneebeschaffenheit der Loipen als auch die Höhenlage ideal. Deshalb gehören die Nationalteams zu den Ersten, die jedes Jahr auf der Tauplitzalm im November ihr Trainingslager aufschlagen.

Der nordische Skisport hat besonders in Bad Mittendorf eine alte Tradition. Bereits 1950 wurde der Kulm gebaut. Auf der größten Naturskiflugschanze der Welt wurden bisher vier Skiflug-Weltmeister-schaften ausgetragen. Hubert Neuper, der Vierschanzentournee-Sieger von 1979/80, ist nicht nur die Skisprung-legende des Ausseerlandes. Er ist auch der berühmteste Hüttenwirt auf der Tauplitz. Den über 30 Jahre alten Adlerhorst hat er mit viel Liebe zum Regionalen zu einer urigen Skihütte ausgebaut. Auch in der Küche legte er großen Wert auf das typisch Steirische. Steira Gröst’l mit Rindfleisch, Selchfleisch und Verhackertbrot stehen ebenso auf der Speisenkarte wie Salate mit Kernöl. Wann immer der vielbeschäftigte Skiflug-Organisator nicht gerade in Sachen Weltcup unterwegs ist, sitzt Hubert Neuper auf der Terrasse, genießt die Sonne und plaudert mit den Gästen. Übrigens: Die Skischule von Hubert Neuper gibt auch Unterricht im Skispringen für jedermann. Wintersport auf der Tauplitz verleiht sogar Flügel … <<<

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