Kristallhütte: Ein Lifestyle-Burger am Berg

Das SkiMAGAZIN stellt Ski-Restaurants, Hütten, Hotels und ihre kulinarischen Spezialitäten vor – heute: die Kristallhütte im Skigebiet Hochzillertal bei Kaltenbach in Tirol mit ihrem urig-edlen „Kristall-Burger“

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© Betreiber

Text: Jupp Suttner

Gelegentlich ist es an der Zeit, mit Gerüchten aufzuräumen. Zum Beispiel mit jenem, dass der österreichische Olympiasieger Stephan Eberharter im Tiroler Skigebiet Hochzillertal regelmäßig mit Ex-Bundespräsident Horst Köhler Ski fahre. Und mit jenem, dass Eberharter dort ebenso regelmäßig mit Star-Koch Tim Mälzer über die „Stefan Eberharter Goldpiste“ zische. Auch Horst Köhler und Tim Mälzer sind noch nie zusammen gecarvt. Tatsache hin-gegen ist, dass Mälzer gerne mit dem einheimischen Skilehrer Franz herabstaubt. Und dass Horst Köhler, unter strengsten Sicherheitsbestimmungen einquartiert, selbst bei dichtestem Schneefall bereits öfter durch die Gegend cruiste.

Domizil der Promis dabei stets: die Kristallhütte auf 2.147 Metern Höhe, geleitet von Verena und Stefan Eder.­​ ­Sie wurde im Dezember 2004 eröffnet – und galt sofort als der neue Star der Szene. Man könnte sagen, sie ist die Mutter aller österreichischen Edel-Hütten, das Vorbild, dem seitdem ­viele nacheifern. Wobei das Wort „Hütte“ (mit Sauna und Bar) eine feine Unter­treibung ist – die acht Zimmer und vier Alpine-Lodge-Doppelstock-Suiten (samt Privat-Spa) besitzen 4****S-Standard. Übernachtungspreis: zwischen 149 und 219 Euro pro Person, je nach Saison und Zimmer.

Ski in – chill out

Damals, 2004, alpenweit einzigartig und auch heute noch ausgesprochen exklusiv: ein Day Spa – unter freiem Himmel. Inmitten einer Chill-out-Zone namens „Kristall-Lounge“. Sie bietet eine Außenfeuerstelle mit Blick auf die Zillertaler Alpen, ein Hot-Tube-Sprudelbad sowie ein Relaxing-Revier mit beheizten Wasserbetten, Kuschel­ecken, gemütlichen Sofagarnituren, mit Lammfell bestückten Deck-Chairs (deutsch: Liegestühle), Prosecco, DJ, Lounge Music – ein Lifestyle-Genuss-Repertoire wie sonst wohl nirgendwo in den Alpen! Sozusagen: Ski in – chill out. Ideal für alle, die es gerne Jetset-mäßig haben. Tagesgäste, die einen Wellness-Einkehrschwung genießen möchten, können stundenweise buchen. Innen drin wirkt das Restaurant mit Show-Küche sehr gemütlich. Und wer einen Platz im Wintergarten ­ergattert, ist besonders fein heraus.

Weil es samstags oft ein ziemliches Kreuz ist, von der Inntal-Autobahn ins Zillertal hineinzukommen, sollte man am besten bereits am Freitagspätnachmittag anreisen, das kostenlose Parkhaus des Verbundes ­„Ski-optimal Hochzillertal-Hochfügen“ in Kaltenbach nutzen, mit der Bahn zur Bergstation hinauffahren – und sich und das Gepäck von dort aus mit dem Skidoo oder dem Ratrac zur Kristallhütte trans-portieren lassen.

Die Kristallhütte – 2015 von Skiresort.de erneut zur „Besten Skihütte der Welt“ gewählt – ist auch ziemlich berühmt für ihre zahlreichen Aktivitäten und Events. Star-Köche offerieren dann für gute Zwecke „Kristall-Menüs“, bisweilen heißt es „Champagner, Kaviar, Austern, klassische Musik“, bereits tradi­tionell ist ein „Jazz-Brunch“ in jedem Frühjahr. Dann findet auch der legendäre „Winzer-Wedel-Cup“ statt, eine Art Triathlon, bestehend aus ­Golfturnier, Trinken und Riesen­slalom. Und zum Start (4. bis 6. Dezem­ber) gibt es natürlich ein „Grand Opening“, wenn DJ Hoodie mit seinem ­berühmten Ibiza-Sound die Skistiefel zum Glühen bringt. Wer jedoch „einfach so“ vorbeischaut, um seine Ski-Mittagspause zu genießen, der wird bereits diesen Aufenthalt als „Event“ verstehen.

Kulinarische Verführung

Trotz zahlreicher Köstlichkeiten auf der Karte kommt man dabei immer wieder auf die kulinarische Hauptattraktion zurück: den „Kristall-Burger“ ­(16,90 Euro), der nur einen Nachteil hat: Man sieht sekundenlang die Zillertaler Landschaft nicht mehr – weil man vor lauter rustikal-edlem Genuss die Augen schließen muss. Apropos Landschaft: Einer der höchsten Genüsse der Kristallhütte besteht darin, den Sonnenuntergang zu genießen, wenn alle bereits ins Tal gebrettert sind und es hier oben still wird – die perfekte Verbindung aus ­Romantik und Kulinarik. Und was ist nun das Geheimnis des „Kristall-Burgers“? Küchenchef Christian Hotter und Sous-Chef Christopher Kopp verraten: „Das richtige Brot ist für einen guten Burger unerlässlich, deshalb backen wir unser Brot selbst, bzw. es wird nach unserer Rezeptur vom Bäcker hergestellt.“

Viel Spaß beim Nachkochen!

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UND SO GEHT’S

Kristall-Burger

Zutaten für 4 Stück à 12 cm Durchmesser

110 ml lauwarmes Wasser

¼ Würfel frischer Germ (10 g)

1 Ei (mittelgroß)

2 EL zerlassene Butter (18 g)

1 EL Zucker (10 g)

¾ TL Salz (3,25 g)

250 g Mehl

½ TL Öl für die Schüssel

Zubereitung:

1. Germ in lauwarmem Wasser auflösen.

2. Eigelb vom Eiklar trennen und 1 EL Eiklar zum Bestreichen der Brötchen beiseitelegen. Restliches Eiklar und Eigelb verquirlen.

3. Wasser (mit Germ), Butter, verquirltes Ei, Zucker und Salz in einer Schüssel vermengen, dann das Mehl einarbeiten. Sobald sich die Bestandteile verbinden, zuerst in der ­Schüssel, dann auf einer leicht bemehlten ­Arbeitsfläche zu einem weichen und geschmeidigen Teig kneten.

4. Den Teig in eine Schüssel geben und zu-gedeckt gehen lassen. Den Teig anschließend nochmals kurz kneten und in 4 Portionen teilen. Die Teiglinge zu 4 glatten Kugeln formen.

5. Die Fladen auf einem mit Backpapier ­ausgelegten Backblech noch etwa eine ­Stunde rasten lassen, bis sie deutlich aufgegangen sind.

6. Den Backofen auf 170 °C Umluft vorheizen. Restliches Eiklar mit 1 TL Wasser vermengen, die Brötchen damit bestreichen. Die Brote im vorgeheizten Backofen rund 15 – 20 Minuten goldbraun backen und noch heiß vom Blech nehmen.

200 g österreichisches Rindfleisch verwenden, anschließend aus dem Rindsfaschierten Burger-Patties formen und auf dem Grill je nach Dicke der Laibchen zwischen 5 und 7 Minuten rosa braten. Beide Brotseiten auf dem Grill antoasten und anschließend mit „geheimer“ Sauce oder Mayonnaise bestreichen. Wir verwenden als Toppings knusprigen Speck, Cheddar-Käse, Tomate, Rucola-Salat und angeschwitzte Zwiebeln. Als Geheimtipp empfehlenswert: die Mayonnaise mal mit ein paar Tropfen Räucheröl verfeinern!

Infos: www.kristallhuette.at, www.hochzillertal.com

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Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: SkiMAGAZIN Nr. 06 / 2015

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