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Hemsedal: Kreuzfahrt ins Skivergnügen

Kein Stau, kein Stress, kein Schlafmangel: Skiläufer aus Deutschlands hohem Norden kommen auch ohne Hatz ins Winterparadies. Der Urlaubs-Kompass muss nur entsprechend genordet sein. Norwegen heißt die Alpen-Alternative. Hemsedal, 220 Kilometer nordwestlich von Oslo, ist das perfekte Ziel für Familien. Schon die Anreise ist ein Erlebnis: Sie erfolgt per Kreuzfahrt-Schiff

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Text Ralf ABRATIS

Ja, so muss ein Urlaub sein: die Sonne zur Rechten, die Füße voraus, das Bergpanorama ringsherum. Obwohl heute Anreise war, haben wir schon einen halben Skitag hinter uns. Inzwischen ist die Unterkunft am Fuß des Skihangs bezogen, und die Kinder sind noch schnell mit dem Schlitten losgestiefelt, bevor sich die Sonne hinter den Bergen versteckt. Keine Spur von Müdigkeit, stattdessen Urlaub von Anfang an. Für Norddeutsche ein überraschendes Erlebnis im Winterurlaub. Denn nicht in nächtlicher Hatz oder im stauenden Zuckeltrab, sondern in lediglich drei Stunden Autofahrt geht es mitten ins Herz des Skisports. Zugegeben: Eine knapp 20-stündige Fährfahrt muss mit einkalkuliert werden. Aber das Kreuzfahrt-Ambiente an Bord der modernen Schiffe von Kiel nach Oslo sorgt schon vor der Ankunft für Urlaubsfeeling. So können wir uns nun ganz entspannt dem Skigenuss hingeben, und da bleiben in Hemsedal, Norwegens zweitgrößtem Skigebiet, das auf halbem Weg zwischen Oslo und Bergen liegt, kaum Wünsche offen.

Spätestens seit der Anfahrt auf den 2.000-Seelen-Ort haben wir die Gewissheit, dass wir die daheim herrschende Skepsis ob der Alpin-Tauglichkeit der norwegischen Skigebiete nun mit einem besserwissenden Lächeln beantworten können. Das Panorama im Zentrum Südnorwegens trägt nicht umsonst den Beinamen „skandinavische Alpen“. Schroff und steil ziehen sich die Berge bis auf fast 2.000 Meter.

Das Skigebiet erstreckt sich über die drei Gipfel Totten (1.450 Meter), Tinden (1.444 Meter) und Røgjin (1.379 Meter) und bietet Spaß auf 48 Pisten mit einer maximalen Höhendifferenz von 810 Metern und der längsten Abfahrt über sechs Kilometer. Statistikwerte, die Alpenfans zwar nicht beeindrucken können, sich aber auch nicht verstecken müssen. Und die vor allem bei weitem nicht die wahren Qualitäten Hemsedals beschreiben, wie wir in den folgenden Urlaubstagen noch erfahren dürfen.

Viel Platz für alle Ansprüche

Der Einstieg in die Ski-Arena ist das reinste Kinderparadies. Auf 70.000 Quadratmeter Fläche können sich hier die kleinen Anfänger austoben. Acht Lifte befördern den Nachwuchs auf die sieben seichten Abfahrten, kleine Sprung- und Spielelemente sorgen für Abwechslung, und frei zugängliche Grillplätze ermöglichen den Selbstversorgern ein warmes Mittagessen.

Eine Terrassenebene höher liegt der Einstieg in den großen Skizirkus. Ein Achter- und ein Vierer-Sessel verteilen die Gäste in die Hänge. Obwohl es alle Wintersportler am Morgen zu diesem zentralen Anlaufpunkt drängt, gibt es kaum Menschentrauben. „Wir kommen seit über zehn Jahren hierher und haben selbst zur Hochsaison an Ostern noch nie nennenswerte Wartezeiten erlebt“, berichtet Günther Riesinger. Der gebürtige Österreicher ist Leiter der Skischule Kiel und kommt mehrmals jährlich mit Reisegruppen mit bis zu 220 Sportlern nach Hemsedal. „Es ist alles sehr entspannt, die Pisten sind bestens präpariert und die Kompaktheit des Gebietes ist ideal für Familien. Über 60 Prozent unserer Reisenden sind daher Wiederholungstäter“, sagt Riesinger.

Tatsächlich wurde der Wintertourismus am Flusslauf des Hemsil behutsam vorangetrieben. Zwar kannte man hier schon vor 160 Jahren Fremdenverkehr, doch erst im Dezember 1961 wurde der erste Skilift eröffnet. Die damalige Abfahrt vom Totten war 30 Meter breit und 1.300 Meter lang. Seitdem haben sich Lift- und Abfahrtskapazitäten parallel zum Unterkunftsangebot entwickelt. Damit bleibt es auf den 43 Pistenkilometern weiterhin überschaubar. Zudem finden Off-Piste-Fahrer ein breites Aktionsfeld, denn Absperrungen gibt es in Hemsedal nicht. Das Gebiet ist nahezu frei von Lawinengefahr.

Von einer Herausforderung zur nächsten

Unser Nachwuchs nutzt das weidlich aus und entwickelt so seine Skifertigkeiten im freien Gelände schneller, als es uns lieb ist. Während wir uns eleganten Schwüngen auf flachen Pisten hingeben wollen, zerren uns die Kinder in den tiefen Schnee. Doch schon am nächsten Tag haben sie ein neues Betätigungsfeld entdeckt: Gleich drei Snowparks durchziehen das Gelände mit diversen Ramps, Rails und einer riesigen Halfpipe. Die unterschiedlichen Schwierigkeitsgrade bis hin zum schwarzen Niveau ermöglichen ein Herantasten an spektakuläre Sprünge. Entsprechend gestählt können dann in den kommenden Tagen auch die weiteren Herausforderungen wie die tiefschwarzen Abfahrten inklusive Buckel nicht mehr schocken. So bedient Hemsedal auch ohne riesige Pistenlängen sämtliche Ansprüche.

Und sollte es die Skigruppe angesichts dieser Vielfalt mal auseinander reißen: kein Problem! Als sicherer Treffpunkt dient die zentrale Liftstation, an der sämtliche Abfahrten von den drei Gipfeln enden. Oder man trifft sich eben gleich in der Unterkunft. Denn in Hemsedal liegt das Gros der Appartements entweder mitten auf dem Hang, am Fuße der Skipiste oder in fußläufiger Entfernung, so dass man allabendlich völlig stressbefreit vor dem eigenen Domizil die Füße hochlegen und mit Blick auf das Panorama der skandinavischen Alpen einen ereignisreichen Skitag ausklingen lassen kann. <<<

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In Hemsedal bieten sich Skifans diverse Möglichkeiten zu Flutlicht-Abfahrten.

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