DSV-Skicross-Ass Anna Wörner: "Man braucht von allem etwas"

DSV-Skicross-Ass Anna Wörner im Interview: Sprünge, Wellen, Gegner: Wenn Skicross-Fahrerin Anna Wörner Richtung Ziellinie rast, hat sie viel zu tun. Die 27-jährige Olympionikin gilt als eine der Besten ihres Fachs – dank hartem Training, im Sommer wie im Winter. Im Interview erklärt Wörner, wie Trampolinspringen beim Skicross hilft, wie risikoreich die Sportart ist und wie sich Beruf und Sport vereinbaren lassen.

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Hase und Igel: Beim Skicross fährt man nicht gegen die Uhr, sondern gegen drei Gegner.

Text: Thilo Neumann

Tückische Wellen, hohe Sprünge, knallharte Positionskämpfe: Skicross ist die vielleicht vielseitigste und anspruchsvollste Disziplin im Wintersport. Vier Fahrer teilen sich eine Strecke und heizen Kopf an Kopf über Hindernisse und durch enge Kurven Richtung Ziellinie – ein garantiertes Spektakel. Doch abseits von Olympia findet der Gladiatorenkampf im Schnee bislang wenig öffentliche Beachtung. Auch Anna Wörner dürfte den meisten Lesern bislang unbekannt sein. Dabei ist die 27-Jährige aus Garmisch-Partenkirchen eine der besten ihrer Disziplin: Wörner gewann drei Weltcup-Rennen, wurde in Sotschi 2014 als beste Deutsche Neunte. Eine Entwicklung, die sie selbst so nicht vorausgesehen hatte: Als Jugendliche galt Wörner als alpine Nachwuchshoffnung, 2006 errang sie den zweiten Platz in der Abfahrt bei der deutschen Jugendmeisterschaft. Dann verletzte sie sich schwer – und kam über eine Freundin zum Skicross. Im Gespräch erklärt sie die Faszination ihrer Sportart, erzählt vom harten Trainingsalltag und dem mühsamen Comeback nach einem harten Sturz bei Olympia.

Anna Wörner, wie sind Sie zum Skicross gekommen?

Ich bin in der Jugend Alpin gefahren, habe mir aber recht früh einen Kreuzbandriss zugezogen. Dadurch habe ich ein wenig den Anschluss verloren, und mir wurde bald klar, dass es für mich als alpine Fahrerin vermutlich nichts wird mit einer Karriere. Ich wollte aber unbedingt weiter Rennen fahren, das hat mir noch zu viel Spaß gemacht. Eine Freundin von mir, Alexandra Grauvogl, war damals die beste deutsche Skicrossfahrerin. Über sie habe ich in den Sport reinschnuppern können, war bei einer Sichtung dabei. Da hieß es dann: Anna, du stehst gut auf dem Ski, lass doch mal austesten, wie du dich im Rennen schlägst. So bin ich dann reingekommen, habe die ersten Rennen fahren können, habe mich nach und nach gesteigert, war dann irgendwann Teil der Mannschaft.

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Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: SkiMAGAZIN Nr. 06 / 2016

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