Buckelpisten beherrschen

Natürlich fahren Sie gut Ski. Aber es geht immer noch ein bisschen besser. Und gemeinsam mit dem Deutschen Skilehrerverband wollen wir Ihnen helfen, das nächste Level zu erreichen. In unserer Serie zum Technik-Training gibt Ihnen Norbert Henner – Mitglied im DSLV-Ausbilderteam und Mitautor der DSLV-Lehrpläne – die entscheidenden Tipps. Diesmal: Wie man Buckelpisten beherrscht

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Körperschwerpunktbahn möglichst gleichbleibend bzw. parallel zum Gefälle

Das sportliche Fahren in Buckelpisten gehört zu den größten Geländeherausforderungen im Könner- und Expertenbereich.

Die wichtigsten Tipps und Tricks sind überschaubar – ihre Umsetzung verlangt jedoch einige Trainingskilometer in Buckelpisten und Buckelspuren (Hotlines).

>> Spuranlage falllinieorientiert

Wie bei den Empfehlungen zu kurzen Radien, sollte auch in der Buckelpiste die Spur deutlich an der Falllinie orientiert angelegt werden. Die meisten Stöße, die es in den Buckeln abzufangen gilt, kommen so relativ frontal von vorne. Frontale Stöße beziehungsweise Buckel lassen sich wesentlich einfacher ausgleichen als Stöße und Störimpulse, die seitlich auf den Fahrer einwirken. Dreht man die Ski zu weit aus der Falllinie, bekommt man die Stoßwirkung der Buckel von der Seite ab. Dreht man dagegen relativ wenig aus der Falllinie, kommen die Stöße der Buckel ziemlich frontal auf den Fahrer zu und lassen sich besser beherrschen. Zugegeben, die Buckelfahrt wird so deutlich schneller und sportlicher – sie wird aber auch kontrollierter, weil man als Fahrer die Störfaktoren des Geländes besser kontrollieren kann. Einfach versuchen, und wenn das Fahrtempo zu hoch werden sollte, mit einer beherzten Kurve bergwärts aus der Buckelspur fahren und bremsen!

Übung 30° – 45° fahren

In der Buckelspur versuchen, die Ski möglichst nicht weiter als 30° – 45° aus der Buckelspur zu drehen. Die entscheidende Bremswirkung entsteht dann durch die bremsende Wirkung beim Auffahren auf die Buckel-flanken. Das Tempo lässt sich so gut kontrollieren, aber etwas Mut gehört beim sportlichen Buckelfahren dazu!

Sensorische Rückmeldung:

• Ausrichtung von Skispitzen beziehungsweise Skilängsachsen zur Falllinie visuell kontrollieren.

>> Blockbildung der Beine

Um die Stoßwirkung der Buckel möglichst harmonisch abfedern zu können, empfiehlt es sich, mit geschlossenen Beinen zu fahren.

Auf diese Weise sind die Höhenunterschiede der beiden Skiflächen nicht so groß wie bei breiterer Ski-stellung. Bei annähernd gleicher Höhe der Skiflächen wird die Bewegung des aktiven Abfederns der Buckelstöße um vieles leichter!

Übung Briefträger

Kurzschwung auf flacher Piste fahren und dabei einen Brief (ein Blatt Papier oder ähnliches) zwischen die Oberschenkel klemmen und während der Kurvenfahrt fixieren. Kommt man unten mit dem Brief zwischen dem Oberschenkeln an, hat man die Aufgabenstellung „Briefträger“ erfolgreich gelöst.

Sensorische Rückmeldung:

• Während der gesamten Fahrt den Druck beider Oberschenkel gegeneinander auf der Innenseite fühlen.

>>„Steilkurven fahren“ – Spur gegen die Buckelflanken

Die Buckelflanken bieten auf ihrer Innenseite kurze „Steilkurven“, und genau auf diese hin sollte die Fahrspur ausgerichtet werden: von einer Steilkurve zur nächsten.

Übung Steilkurve

Beim Fahren in der Buckelspur versuchen, auf die inneren Buckelflanken mit beiden Ski gleichzeitig gegen Ende der Steuerung seitlich schräg aufzufahren.

Sensorische Rückmeldung:

• Skibahn in der Buckelspur visuell kontrollieren.

>> Beugen – Strecken

Um die Schanzenwirkung der Buckel erfolgreich auszuschalten, muss man die Beine beim Auffahren auf die Buckelflanke im Kurvenwechsel dynamisch und umfangreich beugen, beim Abfahren von der Buckelflanke in der Steuerphase schnell strecken. Das Bewegungsmuster beim Kurvenfahren ist hier also umgekehrt: Aktives Beugen der Sprung-, Knie- und Hüftgelenke im Kurvenwechsel, dynamisches Strecken der Sprung-, Knie- und Hüftgelenke in der Kurvensteuerung.

Übung Tiefschwung

Fahren auf flacher Piste. Bei unterschiedlichen Radien im Kurvenwechsel dynamisch Sprung-, Knie- und Hüftgelenke beugen, in der Kurvensteuerung strecken.

Sensorische Rückmeldung:

• Druckabbau bei schnellem Beugen im Wechsel auf der Fußsohle spüren;

• Druckaufbau an der Fußsohle beim Steuern und Strecken wahrnehmen.

>> Außenskidominanz bei harten Buckeln

Harte Buckelspuren lassen sich am besten mit deutlicher Außenskibelastung bewältigen. Ist die Buckelpiste hart, benötigt man einen höheren Druck auf der Innenkante des Außenski, um ein funktionierendes Widerlager im Schnee aufzubauen. Wer in der Lage ist, die Buckelspur mit hohem Druck auf dem Außenski zu befahren, wird weiche und harte Buckelspuren gleichermaßen bewältigen können – er wird zum souveränen Buckelfahrer.

Übung Innenrist spüren

Während der Kurvensteuerung in der Buckelbahn Innenski so stark entlasten, dass man kurz den Druckpunkt des Skischuhs auf dem Rist des Innenbeins wahrnimmt.

Sensorische Rückmeldung:

• Druck des Skischuhs auf dem Rist spüren.

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