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Das Geheimnis des Gleitens

„Ich hatte heute das perfekte Material“, sagen viele Renn-läufer, wenn sie nach einer erfolgreichen Fahrt im Zielraum interviewt werden. Dabei ist nicht unbedingt nur der Ski selbst gemeint, denn der ist bei vielen Rennen derselbe. Die Rennläufer verstehen darunter vielmehr auch die Präparation der Ski, in der Formel 1 würde man vom Set-up sprechen. Und ein ganz wichtiger Faktor dabei ist die Belagsstruktur

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Im Grunde genommen fahren wir alle Wasserski

Text Rainer Bommas Bild Reichmann, Florian Wagner

Und diese Belagsstruktur, die zu einem guten Skiservice in jedem Fall dazu gehört, ist heute das Thema unserer Skiservice-Serie. Was ist eine Belagsstruktur? Wofür brauche ich Sie? Wie wird sie gemacht? Und wie sieht sie aus? Die Antworten darauf finden Sie hier. Die wichtigste Information aber vorab: Wir fahren Wasserski!

Beim Skifahren gleitet der Ski nicht mit dem Belag auf den Schnee- oder Eiskristallen. Vielmehr entsteht durch den Druck und die Reibung zwischen Schnee und Ski ein Wasserfilm, der für das von uns Skifahrern als so herrlich empfundene Gefühl des fast schwerelosen Gleitens und ein kraftsparendes Drehen der Ski sorgt. Im Grunde genommen fahren wir also Wasserski.

Bei niedrigen Temperaturen mit geringer Luftfeuchtigkeit haben wir manches Mal den Eindruck, gebremst zu werden und die Ski nur schwer drehen zu können. Das liegt an dem sehr dünnen und schwach ausgeprägten Wasserfilm, der bei diesen Bedingungen entsteht. Ist es hingegen vergleichsweise warm und die Luftfeuchtigkeit hoch, kommt es uns vor, als ob wir mit unseren Ski festkleben. Der Grund dafür: Die Ski saugen sich wegen der Vakuumbildung auf dem Untergrund fest.

Abhilfe schafft in beiden Fällen – neben einem geeigneten Wachs – die richtige Struktur im Belag. Und das geht so: Beim Strukturschleifen wird die Oberfläche des Belags nicht komplett abgetragen, sondern die Struktur, ein spezifisches Muster wird in die feine Basisstruktur gefräst. Die Oberfläche des Belags bleibt glatt, was für die Drehfreudigkeit der Ski ernorm wichtig ist. Die Vertiefungen der Struktur ermöglichen ein Abreißen des Wasserfilms, was ein Gleiten ermöglicht. Die Strukturen werden mit Hilfe von speziellen Steinschleifmaschinen und Diamanten in den Belag eingebracht.

Struktur für jeden Schnee

Für unterschiedliche Bedingungen kommen unterschiedliche Strukturen zum Einsatz. Die Service-Spezialisten haben tausende von Mustern bei allen denkbaren Schneeverhältnissen und Temperaturen ausgetestet, für den Rennlauf dokumentiert und abgespeichert. Doch für den normalen Einsatz unterscheidet man grob drei Strukturformen:

1. Feine Strukturen

2. Mittlere Strukturen

3. Grobe Strukturen

Feine Strukturen werden meist bei feinkörnigem Neuschnee um 0°C und kälter verwendet. Auch bei sehr harten und glatt präparierten Kunstschneepisten von –8°C und kälter haben sich feinere Strukturen in allen Disziplinen bewährt mit einer Strukturtiefe von 0,02 bis 0,025 mm und einer Breite der Riefen von 0,5 mm. Bei den Temperaturangaben sind übrigens stets die Schneetemperaturen gemeint.

Mittlere Strukturen kommen bei Werten um den Gefrierpunkt bis etwa –8°C sowie bei transformiertem, älterem und feinkörnigem Schnee zum Einsatz. Die Strukturtiefe beträgt hierbei 0,03 bis 0,04 mm, die Breite der Riefen 0,6 mm.

Grobe Strukturen werden verwendet, wenn der Schnee mehrmals durch die Sonneneinstrahlung aufgetaut und wieder durchgefroren ist, oder bei grobkörnigen Schneekristallen um den Gefrierpunkt. Typische Schneetemperaturen für diese Art von Struktur sind 0°C bis –4°C und Lufttemperaturen von 0°C bis +10°C. Die Strukturtiefe beträgt hierbei 0,04 bis 0,06 mm, die Breite der Riefen 0,6 mm.

Neben der Feinheit der Struktur hat auch deren Anordnung einen Einfluss auf die Gleit- und Dreheigenschaften des Ski. Zum Einsatz kommen:

• Lineare Strukturen

• Gekreuzte Strukturen

• Profil-Strukturen

Lineare Strukturen entstehen durch sehr feine geradlinige Schnitte, die immer überlagert geschliffen werden müssen und sich dadurch auf zwei Ebenen befinden. Diese Strukturarten müssen sehr exakt geschliffen werden, da sonst die Gefahr besteht, dass die Ski auf eine Seite ziehen. Der Einsatzbereich liegt bei sehr kalten und feinkörnigen Schneearten.

Gekreuzte Strukturen sind die am meisten verwendeten Strukturen bei Riesenslalom- und Slalomski. Man erkennt diese Strukturen an der diagonalen Ouerstreifung. Hierbei sind unterschiedlichste Winkel möglich. Die Schnittlänge dieser Querstreifung hängt von der Disziplin und der Geschwindigkeit ab, wobei grund-sätzlich gilt: Kurze Schnitte haben eine bessere Grundbeschleunigung, längere Schnitte steigern sich bei höherer Geschwindigkeit.

Profil-Strukturen erinnern in ihrer Form an Profile von Autoreifen. Entscheidend ist der Winkel von Pfeil- oder Formstrukturen, um den Wasserfilm unter dem Belag so schnell wie möglich zu verwirbeln. Diese Art von Strukturen ist nur auf NC-gesteuerten Steinschleifmaschinen zu 100 Prozent reproduzierbar.

Für den Schliff der Struktur

sind insgesamt sechs Parameter zu berücksichtigen (siehe Graphik):

• Schnittlänge (A)

• Abstand der Strukturreihe (B)

• Schnittbreite (C)

• Schnittabstand (D)

• Strukturwinkel

• Strukturtiefe

Die Schnittlänge (A) spielt die größte Rolle in Bezug auf das Fahr-verhalten des Ski. Kurze Schnitte von 6 bis 10 mm sorgen für eine sehr hohe Grundbeschleunigung und garantieren eine gute Drehbarkeit des Ski. Deshalb sind kurze Schnitte die beste Lösung für die meisten Skifahrer. Lange Schnitte von 15 mm und länger führen zwar zu hohen Geschwindigkeiten, wirken sich aber negativ auf die Drehbarkeit des Ski aus.

Der Abstand der Strukturreihe (B) soll dafür sorgen, dass sich zwischen den Schnittreihen eine Fläche ergibt, um den Wasserfilm unter dem Belag so schnell wie möglich zu brechen. Als Faustregel gilt: Je kälter der Schnee ist, desto größer sollte wegen des geringen Wasserfilms die Fläche zwischen den Schnittreihen sein. Bei Bedingungen mit starkem Wasserfilm werden die Schnittreihen näher zusammengeschoben. Dadurch entsteht weniger Fläche, so dass sich kein Saugeffekt bilden kann.

Die Schnittbreite (C) ist abhängig vom eingesetzten Diamanten, mit dem die Struktur auf dem Stein erzeugt wird. Und davon abhängig ist der …

Schnittabstand (D), der entsprechend an die Schnittbreite angepasst werden muss.

Der Strukturwinkel beträgt im Normalbereich stets 45 Grad.

Die Strukturtiefe beeinflusst die Drehbarkeit des Ski. Je mehr Raum tiefe und lange Schnitte für feinen und kristallinen Schnee geben, desto schwerer ist der Ski für den Skifahrer zu beherrschen. Daher kommen im Normalbereich sehr grobe und auch sehr tiefe Strukturen kaum noch zum Einsatz.

Nachdem die Struktur in den Belag geschliffen worden ist, müssen in jedem Fall die Unter- und Seitenkante poliert werden, um Strukturen, die dort Spuren hinterlassen haben, zu beseitigen. Anschließend werden die Ski gewachst, danach muss das überschüssige Wachs vom Belag und aus den Strukturen gebürstet werden.

So präpariert steht einem ungetrübten Skivergnügen – zumindest von Materialseite – nichts mehr im Wege. <<<

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Insgesamt sechs Parameter sind beim Schliff der Struktur zu berücksichtigen.

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