Der Sommer kann kommen

Damit das Material zum Start der neuen Saison gut in Schuss ist, sollte es über die heißen Monate richtig eingelagert werden. Wir verraten Ihnen die wichtigsten Schritte

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Text Hubert Fehr Bild Toko

Tourenfahrer pflegen dieses Ritual nach wie vor: Nach der finalen Abfahrt im späten Frühjahr über die letzten Schneeflecken oder auf den bis in tiefe Tallagen reichenden Lawinenkegeln werden die entsprechend verschmutzten Ski im Bergbach gewaschen. Das beseitigt wohl den gröbsten Schmutz, die Beschädigungen im Belag und an den Kanten lassen sich nach solchen Beanspruchungen aber nicht so einfach heilen. Damit Ski ohne nachhaltige Schädigung gut über den Sommer kommen, müssen die Kanten geschliffen und die Belagschäden aufgefüllt werden. Beschädigte Kanten rosten rasch und tief, dann muss sehr viel Material abgetragen werden, damit überhaupt wieder ein fahrbarer Ski entsteht.

Bei größeren Belagsverletzungen bis auf den Skikern hilft meist nur der Gang ins Sportgeschäft. Dort kann der beschädigte Teil ausgestanzt werden. Anschließend wird ein neues Stück passgenau eingeklebt und der ganze Belag im Anschluss plan geschliffen.

Die Hilfe der Skiwerkstatt ist auch bei größeren Kantenverletzungen oder extrem abgerundeten Kanten, die lange nicht geschliffen wurden, zu empfehlen. Nach dem Schliff auf der Steinschleifmaschine haben die Ski dann wieder beinahe neuwertige Fahreigenschaften.

Zum Schutz des Belags wird schließlich die gesamte Länge mit einer schützenden Wachsschicht abgedeckt. Dies verhindert ein Austrocknen der Lauffläche und rostige Kanten. Dazu wird reichlich Wachs aufgetropft und eingebügelt. Mit dieser Wachsschicht stellt man die Ski in den Keller. Abgezogen und ausgebürstet wird erst unmittelbar vor dem nächsten Saisonbeginn.

Selbstverständlich kann man besonders bei minderen Schäden die Reparatur auch in der Heimwerkerwerkstatt selber ausführen.

Die wichtigsten Schritte

• Damit man gut und ohne Schaden an den Händen arbeiten kann, die Skibremse mit einem Stoppergummi hochziehen. Den Ski fest einspannen. (Bild 1)

• Den Belag von Schmutz und Wachsresten mit Wachsentferner (Spray oder Flüssigreiniger) reinigen, dann 15 Minuten ablüften lassen.

• Bei unbeschädigter Lauffläche und Kanten wird der Ski heiß eingewachst, auch die Kanten werden mit einer Wachsschicht überzogen. Die Wachsschicht bleibt dick auf dem Ski. Wer nicht heißwachsen mag, kann Belag und Kanten auch dicker mit Wachsspray behandeln. (Bild 2)

Bei beschädigten Belägen geht es nach dem Reinigen mit der Belagreparatur weiter:

• Überstehendes Belagmaterial mit der Zieh-klinge entfernen.

• Repair-Candle anzünden und flüssiges Belagmaterial in beschädigte Stellen tropfen. (Bild 3)

• Nach Erkalten mit der Ziehklinge oder der Radialfeile (am Rand mit Tape umwickelt, um die Lauffläche nicht zu beschädigen) schichtweise überstehendes Material entfernen. (Bild 4)

Die Kanten werden wie folgt geglättet:

• Grate und Verhärtungen an der Kante, die durch Steinkontakt entstanden sind, zuerst belagseitig und kantenseitig mit einem Universalschleifstein abtragen. Hier ist der Stein auf einem Schleifwinkel zur besseren Kontrolle fixiert. Alternatives Werkzeug ist eine Diamantfeile. (Bild 5)

• Von der Seite wird die Kante mit einem Kantenhobel geschliffen. Der günstigste Schleifwinkel für die Alltagstauglichkeit ist 89° oder 88° (wird am Kantenhobel fest eingestellt). Man schleift solange, bis die Kante gleichmäßig und metallisch matt glänzt. (Bild 6)

• Grobe Kantenschäden auf der Belagseite lässt man besser in der Werkstatt ausbessern.

Nach dem Wachsen die Laufflächen nicht einfach aufeinander legen, sondern mit den Racing-Ski-Clips mit Schaumstoffzwischenlage trennen. Jetzt sind die Ski wieder fertig für einen neuen Skiwinter, müssen nur noch vor dem Saison-start abgezogen werden.

Lagerung der Ski

Das Material sollte in einem trockenen und kühlen Raum gelagert werden, aufgeheizte Dachböden und Gartenhäuser taugen dafür nicht. Gift für die Ski sind auch feuchte Keller, dann sind im Herbst selbst gewachste Kanten verrostet. Auch Bindungen und Skischuhe brauchen vor dem Einlagern ein wenig Zuwendung. Verdreckte Bindungen müssen mit Wasser gesäubert und die Federmechanik mit einem speziellen Bindungsspray eingesprüht werden. Dieses finden Sie im Sportfachhandel. Bei den Skischuhen kommt es vor allem darauf an, dass sie trocken sind – und zwar auch zwischen Schale und Innenschuh. Dazu wird dieser herausgenommen und die Schale mit einem Föhn getrocknet. Im Anschluss kommt der Innenschuh wieder in die Schale zurück und der Stiefel wird mit geschlossenen Schnallen trocken gelagert. <<<

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