Das Blizzard IQ System?

In Wintersport-Produkten stecken viele technische Details, die die Firmen natürlich gerne mit möglichst beeindruckenden Begriffen bewerben. Doch am Ende wälzt man Kataloge oder – besser – das SkiMAGAZIN und fragt sich bei der Vielzahl der Bezeichnungen und Abkürzungen: Was will mir der Hersteller damit sagen? Wir machen uns an die Aufklärung …

… das Blizzard IQ System? – Verschmelzung von Ski und Bindung!

Eine schlaue Bindung beeinträchtigt im Schwung die Biegelinie des Skis nicht, mögen sich die Entwickler (und Namensgeber) des IQ-Systems gedacht haben. Klar: Nur mit einer runden Biegelinie, die nicht durch eine steif montierte Bindung unter dem Fuß gebrochen wird, greift der Ski über die gesamte Kantenlänge, was besonders auf hartem Untergrund für besseres Fahrverhalten sorgt. Darum integriert Blizzard seit 2006 in seine pistenorientierten Ski – jetzt auch bei den Freeski – das sogenannte IQ-Sys-tem, das mit einer freien Flexkurve besseren Kantengriff, direkte Kraftübertragung und die Verringerung von Vibrationen ermöglichen soll. Die Besonderheit: Im Ski werden Führungsschienen eingearbeitet, auf die später die Bindung geschoben und mit einer Schraube in der Mitte fixiert wird. Diese Schienen werden bei der Skiherstellung nach dem Fräsen direkt in den Holzkern integriert, bevor der Ski in die Presse kommt. Sie sind also kein eigenes Bauteil wie bei anderen Systemen. Vorderbacken und Fersenteile der aufgeschobenen Bindung sind frei gleitend. Dieses Ausweichen (im Millimeterbereich) sorgt gemeinsam mit der integrierten Bindungsaufnahme dafür, dass die Flexlinie stets rund ist. Zusätzlich überträgt dieses System die Kraft flächig auf die Kanten.

Hinter dem Kürzel IQ findet man seit letztem Winter häufig den Begriff Full Suspension. Dahinter versteckt sich eine Technologie, die mittels eines im Bindungssystem integrierten Öldruck-Dämpfers und durch den Ski verlaufenden Streben Vibrationen sehr effektiv reduziert. Mit der neuen Sport Full Suspension Konstruktion bietet Blizzard diese hochpreisige Technologie erstmals auch bei Modellen der oberen Mittelklasse und bei Damenmodellen an.

neuer_name
Die Sandwich-Konstruktion mit integrierten Führungsschienen für die Bindung.

… Atomic Doubledeck D2? – Zwei Ski in einem!

Der „Doppeldecker“ ist hier durchaus wörtlich zu verstehen: Bei den Modellen, die das D2 im Namen tragen, gibt es einen Ober- und einen Unterski, die durch gleitende Gelenke elastisch miteinander verbunden sind. Was hat man davon? Mehr Laufruhe und Spurtreue, verspricht Atomic. Der stabilisierende Oberski, das sogenannte Control Deck, leitet die Steuerimpulse des Fahrers flächig weiter und dämpft Schwingungen. Der Unterski, das Adapter Deck, erlaubt präzises Fahren durch guten Kantengriff. Atomic setzt D2 bei den Weltcup-Ski sowie in der dritten Saison bei pistenorientierten Modellen ein. Sie alle verfügen über eine traditionelle Vorspannung, also keinen Rockershape. D2 soll laut Atomic für verschiedene Schnee- und Schwungvarianten geeignet sein. Tatsächlich fährt der Slalomski sehr stabil. Besonders kurze bis mittellange Schwünge zieht er exakt auf der Kante, verlangt dabei aber auch eine technisch saubere Fahrweise.

Eine interessante Weiterentwicklung aus dem Doubledeck-Konzept heißt D2 Vario Flex. Dabei wird durch das Zusammenspiel von Ober- und Unterski ein progressiv steigender Flex erzielt: Je mehr Druck ausgeübt wird, desto weiter schiebt sich der Ober- über den Unterski und verhärtet

diesen so. So bleiben die Bretter bei kurzen Schwüngen wendig, bei langen Schwüngen laufruhig. Nicht nur den Flex, sondern auch den Radius kann der D2 Vario Cut ändern. Bei Belastung auf den Ski öffnet sich das an Skispitze und -ende geteilte Unterdeck durch eine variable Gummiverbindung und der Radius reduziert sich.

neuer_name
D2 Vario Cut mit variablem Flex und variablem Radius

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

Aktuelle Beilagen und Specials

  • catalog flat
  • catalog flat