Treuer Begleiter oder lästiges Übel?

Im Test: Rucksäcke mit Features für Skifahrer bieten viel mehr Optionen, als nur Ski komfortabel zu tragen – wie die 16 Topneuheiten 19/20 im Praxistest des SkiMAGAZINs 3/2020 beweisen. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Thema "Rucksack, Ski & Berge" und sagen, wer lieber ohne Begleiter auf dem Rücken unterwegs sein sollte.

Text: Ralf Kerkeling

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© Thule

Benötige ich als Skifahrer einen Rucksack? Für welche Art des Skifahrens eignet sich der "Begleiter" überhaupt? Und passt ein Rucksack gar überhaupt nicht zum Wintersport-Traumduo Ski & Berge? Die Meinungen der Experten driften auseinander …

Zunächst gilt es zu beachten, dass Skirucksäcke unterschiedliche Funktionen haben. Diese richten sich vornehmlich nach dem Einsatzgebiet. Der Transport von Equipment ist dabei sicherlich die ureigenste Aufgabe. Aber auch das Schützen Skibrille oder Mobiltelefon vor Stößen, Nässe und Schnee zählt zu den Aufgabengebieten. Der Ski-Transport und das Unterbringen eines Airbagsystems sind erweiterte Gebrauchsformen.

Für Geländefans ein Muss!

Für alle Freerider und Tourengeher gehört ein Rucksack zur Grundausstattung. Beim Freeriden sind ein Lawinenverschüttetensuchgerät, kurz LVS, sowie ein Lawinenrucksack absolute Must-haves, niemand sollte im Gelände ohne diese lebenswichtigen Tools unterwegs sein, zumal Rucksäcke auch sonst höchst nützliche Begleiter sind. Neben Ski, Stöcken und Helm können auch Schneeschuhe, Eispickel und sogar Lawinenschaufeln an speziellen Halterungen festgemacht werden, sodass die Hände frei sind. Wir sehen also, ganz schön viele Aufgaben, die der Stauraum auf dem Rücken erfüllen muss.

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© Ortovox/Hansi Heckmair

Auch an die Robustheit des Materials werden hohe Anforderungen gestellt. Skirucksäcke müssen einiges aushalten, fest sitzen und sollten bestenfalls wasser- und schneedicht sein. Als Richtwert für die Rucksackgröße gilt im Übrigen: 20 Liter Volumen sind für abfahrtsorientierte Touren ausreichend. Wer eine lange Tages- oder Mehrtagestour plant oder viel Material mitnehmen muss, sollte auf ein Volumen von 45 bis 60 Litern setzen.

Auf der Piste möglichst ohne!

Doch neben all dem positiven Nutzen gibt es durchaus kritische Stimmen. Diese betreffen in erster Linie das Tragen eines Rucksacks auf der Piste und gelten somit für die überwiegende Mehrheit der Skifahrer. Gerade für Familien bietet sich ein Daybag als zusätzlicher Stauraum für den Pulli, die Stulle und eine Wasserflasche an. Aber Vorsicht: „Beim Tragen eines Rucksacks ist die Position auf den Ski schwer zu halten. Das bedeutet, es kann nicht mit genügend Vorlage gefahren werden. Speziell nicht so geübte Fahrer zieht es verstärkt nach hinten“, erklärt unser Equipmentexperte „Dr. Ski“ Ralf Kühlkamp. Sicherlich spielt bei einer Zugkraft nach hinten auch der Inhalt eine Rolle. Ein Brot wird keinen Skifahrer aus dem Gleichgewicht bringen, „doch im Falle eines Sturzes kann ein Rucksack auch für Verletzungen sorgen, denn er ersetzt keinen Rückenprotektor, sofern er nicht über einen entsprechenden Einsatz verfügt“, so Kühlkamp weiter. Deshalb gilt: „Als reiner Pistenfahrer deponiert man den Rucksack mit der Brotzeit am besten an einem sicheren Platz in oder an einer Hütte und fährt ­ohne“, empfiehlt der Experte.

Fazit: teils ein Muss, teils ein Übel

Rucksäcke sind je nach Einsatzgebiet unterschiedlich aufgebaut. Für den Freerider ist ein Airbagsystem ein unerlässliches Teil der Sicherheitsausrüstung. Im Bereich Tourengehen gehört ein Rettungssystem ebenfalls als Standard dazu. Für den Pisteneinsatz gibt es keine speziellen Modelle – auch, weil ein Rucksack nicht auf den Rücken eines reinen Pisten-Skifahrers gehört!

Den kompletten Test samt der 16 Einzelbewertungen finden Sie im SkiMAGAZIN 3/2020 (s. unten).

Folgende Modelle haben wir getestet:

Advenate Surface IAS 24,

BCA Float 32 2.0,

Bergans Slingsby 24,

Black Diamond Jetforce Pro Avalanche,

Deuter, Rise 34+,

Dynafit Speed 28,

Jack Wolfsskin Kamui 24 Pack,

Lowe Alpine Descent 35,

Ortovox Crossrider 20,

Salewa Randonnee,

Scott Patrol E1,

Tatonka Cima di Basso 40,

Thule Upslope RAS,

Vaude Back Bowl 22,

BootDoc Heated Ski Boot Bag,

Thule Roundtrip Boot Backpack

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