Flüssig-Imprägnierer auf dem Prüfstand

Wir haben getestet, wie gut diese Methode bei Winter-Funktionsbekleidung mit Membrane funktioniert

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© Hersteller

Text: Dirk Müller

Vorwinterzeit – Imprägnierzeit. Ski- und Outdoorbekleidung braucht jetzt wieder effektiven Schutz nach den Strapazen des vergangenen Winters, um für die anstehende Powdersaison gewappnet zu sein. Überaus beliebt sind Funktionsteile mit innen liegender Membrane und eingehängtem Futter, im Fachjargon 2-Lagen-Laminate. Sie sind wahre Tausendsassas, schützen zuverlässig gegen Wind, Nässe und Kälte und bieten gleichzeitig hohe Atmungs-aktivität. Dafür sorgt die intelligente Membran (bekannt z. B. Goretex, Schoeller oder Sympatex) und eine im Auslieferungszustand perfekt imprägnierte textile Außenhaut gegen Nässe und öligen Schmutz. Nach längerer Benutzung bekommt diese Imprägnierung aber Schwachstellen durch Abrieb, z. B. an den Schultern durch Skitragen, unter den Armen oder nach einigen Waschdurchgängen. Dann muss nachimprägniert werden.

Aber wie? Was für ein Imprägnierer erhält die tollen Funktionen?

Neue Imprägnier-Generation

Mittlerweile gibt es eine neue Generation von Flüssig-Imprägnierern, so genannte „Wash-Ins“, die als ideal für Membrankleidung beworben werden und einen sehr praktischen Vorteil haben: Sie können ganz einfach in der Waschmaschine eingewaschen werden. Man kommt also gar nicht in Berührung damit und die Hersteller versprechen vollen Imprägniereffekt und Erhalt bzw. Wiederherstellung der ursprünglichen Funktionalität.

Das wollten wir genauer wissen und entschlossen uns, insgesamt sechs auf dem Markt befindliche „Wash-In-Imprägnierermittel“ bei Winter-Membran-Kleidung zu testen.

Mit der Testdurchführung wurde das akkreditierte unabhängige Prüflabor Weber+Leucht in Fulda betraut, das auf die Analyse von Textilien und Wasch- und Imprägnierungsmitteln spezialisiert ist. Dieses renommierte Institut wendet ein im Vergleich zu herkömmlichen Labortests sehr realitätsnahes umfangreiches Prüf-Verfahren an, was uns überzeugte und von dem wir uns eine umfassende neutrale Beurteilung versprachen.

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Gut: Auch nach der Imprägnierung bleiben die Poren der Membran offen – die Atmungsaktivität erhalten.
© Hersteller
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Schlecht: Wasser perlt nach wie vor ab – doch auch von innen kann durch die verstopften Poren kein Wasserdampf mehr austreten.
© Hersteller

Die Kandidaten

Vor allem überzeugten Impra Wash-In von Hey Sport und WashProof von Holmenkol. Die Prüfergebnisse bescheinigten in beiden Fällen hohe Atmungsaktivität bei gleichzeitig guter Wasserabweisung und ergaben ebenfalls Bestnoten bei Scheuerbeständigkeit und Öl-/Schmutzabweisung. Die Nase vorn bei diesem Führungs-Duo hatte letztlich Hey Sport aufgrund der sehr guten Preis-Leistung, da es niedrigere Einsatzmengen benötigt.

McKinley Wash-In punktete mit durchwegs guten stabilen Ergebnissen in allen Testbereichen.

Toko ECO Wash-In Proof schnitt bei Wasserabweisung und Scheuer-beständigkeit gut ab, schwächelte jedoch etwas bei Atmungsaktivität und Öl-/Schmutzabweisung.

Fibertec GreenGuard bekam ebenfalls gute Wasserabweisungsergebnisse, jedoch konnte es bei Atmungsaktivität, Abriebfähigkeiten und Öl-/Schmutzabweisung nicht wirklich überzeugen.

Nikwax TX Direct erzielte überdurchschnittlich gute Wasserabweisungswerte, jedoch waren alle weiteren Testkriterien unterdurchschnittlich, bei der Öl-/Schmutzabweisung negierte es die vorhandene Werksimprägnierung sogar fast vollständig, anstatt aufzufrischen.

Fazit: Einige Flüssig-Imprägnierer sind eine empfehlenswerte und überaus praktische Alternative zu Imprägniersprays. Wasserabweisung erzielten durchwegs alle Produkte im Test mit guten bis sehr guten Noten, aber nur 50 Prozent der Testprodukte schafften den vollständigen Erhalt der vorteilhaften – und auch teuer bezahlten – Funktionen von Zwei-Lagen-Membran-Kleidung.

Den kompletten Artikel inklusive aller Daten und Bewertungen erhalten Sie in Heft 3/2016 von Skimagazin. Hier können Sie das Heft nachbestellen.

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Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: SkiMAGAZIN Nr. 05 / 2015

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