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Ein gigantischer Skicircus in Leogang

Coole Party-Events, Freeride-Hotspot, extravagante Hütten, gehobene Haubenkulinarik, Luxushotels als Rückzugsorte, exklusive Wellnessangebote – und das alles verbunden durch 270 abwechslungsreiche Pistenkilometer. Der Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn ist eine vielseitige Wintersport-Destination.
Drei Skifahrer auf der Piste.
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saalbach.com/Christoph Johann

Die völlig unberührten, fein gerippten Pisten glitzern verlockend unter uns in der Morgensonne, während die Asitzbahn, eine der beiden Zubringer vom Wintersportort Leogang im Salzburger Land zum Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn, Richtung Bergstation schwebt. Es ist ein klarer, sonniger Morgen Ende März, das Panorama auf die schroffen Leoganger Steinberge und das Steinerne Meer ist grandios, die Vorfreude auf die kommenden drei Tage Frühlingsskifahren im Skicircus riesig.

Für den Nachmittag ist ein Wetterumschwung angesagt, in den kommenden Tagen soll es wechselhaft werden, aber das trübt die morgendliche Vorfreude nicht. Ich unterhalte mich lebhaft mit Luca Marie. Die junge Skilehrerin war selbst lange Jahre Urlaubsgast in der Region und hat ihr Hobby zum Beruf und Saalfelden Leogang zu ihrer Wahlheimat gemacht. Sie wird mich als Guide in den nächsten Tagen begleiten und mir „ihr“ Skigebiet zeigen.

Ein Skigebiet, drei Gesichter zwischen Kulinarik und Freeriden

Der Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn hat nicht nur einen extrem langen Namen, sondern ist auch sonst ein Resort der Superlative. 270 Pistenkilometer und 70 Liftanlagen verbinden bundeslandübergreifend drei Gemeinden, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Saalbach Hinterglemm ist der lebhafteste Ort des Skicircus. In beiden Ortskernen laden gemütliche Fußgängerzonen zum Flanieren ein, und auch Partyfreunden ist der Austragungsort der Ski-WM 2025 ein Begriff.

Das familienfreundliche Leogang steht vor allem für viel Ruhe, familiär geführte Unterkünfte, luxuriöse Wellness-Hotels und gehobene Kulinarik. In der Region Saalfelden Leogang finden Feinschmecker insgesamt 14 Gault-Millau-Hauben – verteilt auf sechs Restaurants. Den beiden Gemeinden im Salzburger Land steht auf Tiroler Seite das vor allem als Freerider-Hotspot bekannte Fieberbrunn gegenüber. Das ergibt in der Summe eine extrem vielfältige Skiregion. Durch den Ticketverbund „Ski Alpin Card“ kommen sogar noch die Schmittenhöhe in Zell am See und das Gletscherskigebiet Kitzsteinhorn dazu, was die Wintersportoptionen noch mal steigert.

Skispaß für alle Generationen

Wir starten zum Einfahren auf den Hängen am Kleinen und Großen Asitz auf der Leoganger Seite des Skigebiets. Breite Carving-Hänge bieten Fahrspaß pur. Snow Trails mit rasanten Kurven sind vor allem für die Kleinen eine Riesengaudi. Ein besonderes Highlight sind die beiden Talabfahrten zur Asitz- und Steinbergbahn, auf denen wir jetzt am Morgen nahezu allein unterwegs sind. Trotz frühlingshafter Temperaturen im Tal sind die Abfahrten bis unten in hervorragendem Zustand.

Wie weitläufig der Skicircus ist, merkt man, sobald man auf die Saalbacher Seite wechselt. Über Wildenkarkogel und Pründelkopf arbeiten wir uns auf zumeist breiten, easy zu fahrenden Genussski-Pisten Richtung Saalbach vor, genießen den Ausblick auf die Schattberg-Zwillinge, die wir in den nächsten Tagen erkunden werden, und sammeln ganz lässig Pistenkilometer. Auch die Südhänge am Kohlmaiskopf lassen sich am späten Vormittag noch prima befahren. Über Saalbach kommen wir heute gar nicht hinaus, da wir zur Mittagszeit in der AltenSchmiede am Startpunkt unserer heutigen Tour an der Bergstation der Asitzbahn mit Hüttenwirt Sepp Altenberger verabredet sind und daher zeitig wieder umkehren müssen.

Aussicht auf verschneite Berge im Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn.
© Lemonmedia

Mehr als eine Skihütte

In Sachen Kulinarik bietet der Skicircus jede Menge Abwechslung. Über 60 Einkehrmöglichkeiten gibt es am Berg, die von der urigen, 300 Jahre alten Alm über traditionelle Hütten bis zu exklusiven Bergrestaurants mit feinster Nobel-Kulinarik reichen. Die AlteSchmiede am Asitz ist jedoch nicht nur als kulinarischer Boxenstopp eine Top-Adresse, sie hat auch fürs Auge einiges zu bieten und ist längst kein Geheimtipp mehr, sondern ein echtes Must-see. Sepp Altenberger ist leidenschaftlicher Sammler alter Handwerksgeräte und Maschinen. Die sechs Jahre Baugenehmigungs-Zeit für die Hütte hat er genutzt, um systematisch Exponate zu sammeln und seine Vision eines Museumsrestaurants umzusetzen.

Nach diesem eindrucksvollen Einkehrschwung lassen wir den Skitag gemütlich ausklingen, cruisen entspannt über die Hänge am Asitz, beobachten die Freestyle-Cracks im Nitro-Snowpark – und lassen das Gefühl von Leichtigkeit und Gelassenheit auf uns wirken, das der Skicircus mit seinem Slogan „Home of Lässig“ verspricht.

Carven auf Ski-Weltcup-Hängen

Am nächsten Tag erwarten uns einige Wetterkapriolen. Von sonnigen Abschnitten über dichte Wolkenbänke bis hin zu einzelnen Schneeschauern ist alles dabei. Dieses Mal fahren wir direkt am Morgen auf die Saalbacher Seite rüber. Über Bernkogel und Reiterkogel geht es bis zu den Hängen oberhalb von Hinterglemm. Der Zwölferkogel auf der anderen Talseite bietet rassige rote und schwarze Pisten. Am Zwölferkogel wird vom 16. bis 24. März 2024 auf der WM-Strecke von 2025 das Weltcupfinale ausgetragen. Genau wie die Abfahrten von den beiden Schattberg-Gipfeln sind die steilen Pisten am Zwölferkogel Nordhänge, die auch im Frühjahr am Mittag noch beste Bedingungen bieten. Für die Rückfahrt nach Leogang muss man schon einige Zeit einplanen. Besonders attraktiv ist die Rückrunde über den Schattberg – wenige Liftfahrten und viele Pistenkilometer. Die familienkompatible und landschaftlich sehr schöne Jausernabfahrt führt vom Schattberg Ost über rund sieben Kilometer und 1.080 Höhenmeter bis nach Vorderglemm. Von dort ist man zügig zurück auf der Leoganger Seite.

Da das Wetter am Nachmittag nicht mehr einladend ist, beschließen wir den Tag kulinarisch in der kultigen Hendl Fischerei am Asitz. Hier gibt es gehobenen alpinen Lifestyle am Berg – neben den deftigen Grill-Hendl und raffinierten Brettl-Gerichten werden erlesene Fisch-Spezialitäten wie Kaviar serviert. Zu DJ-Sound knallen hier die Champagner-Korken.

Außenansicht des Biohotel Rupertus in Leogang.
© Biohotel Rupertus Leogang/Foto Heldenthaler

Biologisches Wellnesshotel

Zurück im Hotel, gibt es dann absolute Tiefenentspannung im beheizten Infinity-Pool, in der Panoramasauna und im Ruheraum mit einem einmaligen Blick auf die Leoganger Steinberge. Das familiengeführte Biohotel Rupertus in Leogang ist ein echtes Genuss-Hideaway mit Haubenküche und einem umfangreichen Wellness- und Yoga-Angebot. Der Bio-Gedanke wird hier zu 100 % umgesetzt. Das Rupertus ist das einzige reine Biohotel in Leogang und eines von dreien im Salzburger Land. Die Zertifizierung als Biohotel unterliegt regelmäßigen strengen Kontrollen.

Angefangen habe alles mit dem „Salzburger Bio-Frühstück“ ihrer Mutter, erzählt Geschäftsführerin Nadja Blumenkamp. Das habe sich dann in das Abendmenü hineinentwickelt und betrifft mittlerweile den gesamten Hotelbetrieb. „Es ist uns wichtig, dass wir als Biohotel nicht nur sagen, wir haben die Bio-Lebensmittel und schauen, dass so viel wie möglich regional und saisonal ist, sondern dass wir das Ganze auch fortführen bei der Einrichtung und bei der grünen Energie. Wir heizen mit Biomasse, haben Photovoltaik und Wärmerückgewinnung, und der restliche Strom ist 100 % Ökostrom aus Wasserkraft. Wir möchten so konsequent wie möglich den Nachhaltigkeitsaspekt bis zum letzten Detail umsetzen“, erzählt die sympathische Hotelbesitzerin.

Umweltfreundliche Pistenbullys

Dass „lässig“ nicht „fahrlässig“ gegenüber der Natur bedeuten muss, beweisen auch die Bergbahnen in Leogang bereits seit einigen Jahren mit zahlreichen Projekten. Man sei schon seit 2006/07 sehr intensiv im Thema drin, erzählt Kornel Grundner, Geschäftsführer der Leoganger Bergbahnen. Das reiche von der Energierückgewinnung bei den beiden großen Bahnen über die Schneehöhenmessung bei der Pistenpräparierung und die systematische Datenanalyse bei der Schneeerzeugung bis hin zu einer Kraftstoffumstellung der Pistengeräte.

Letzteres ist ein echter Meilenstein. Nachdem bereits in der Saison 2022/23 der synthetische Dieselkraftstoff GTL verwendet wurde, wird zur Saison 2023/24 komplett auf den regenerativen HVO-Treibstoff aus Pflanzenölen und pflanzlichen Abfällen aus Biomasse umgestellt. Das ergibt eine Einsparung von bis zu 90 Prozent an CO2-Ausstoß. „Wir bewegen uns mit unseren Geräten direkt in der Natur, und daher ist es uns ein großes Anliegen, hier auch nachhaltig unterwegs zu sein und so einen Beitrag zum Klimaschutz leisten zu können“, führt Kornel Grundner aus.

Ausblick auf verschneite Piste und Berge im Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn
© Saalfelden Leogang/Michael Geißler

Ausflug ins Freeride-Mekka Fieberbrunn

Mein dritter Tag im Skicircus wartet noch mit einem echten Highlight auf. Die White Pearl Mountain Days locken Jahr für Jahr ein bunt gemischtes internationales Publikum zu einem Event-Marathon im Skicircus mit einer einzigartigen Mischung aus Sonnenskilauf, Entertainment, Kulinarik und einem vielfältigen Fitnessprogramm wie Mountain-Yoga oder HIIT-Training. Verteilt über zehn Tage gibt es in unterschiedlichen Locations ein Partyprogramm mit nationalen und internationalen DJs in Kombination mit Live-Performances von Tänzerinnen und Musikern, die ihr Können am Saxofon, an den Drums oder mit der Violine unter Beweis stellen.

Wir checken heute nach einem morgendlichen Abstecher ins Tiroler Freeride-Mekka Fieberbrunn auf der Reiteralm ein. Zur Begrüßung gibt es die obligatorische weiße Perlenkette. Dann mischen wir uns unters Partyvolk. Pünktlich zum Eventbeginn reißt sogar die Wolkendecke auf. Das ist mal perfektes Timing. Leckers Essen, DJ-Beats und Live-Musik vor einem wahrlich eindrucksvollen Bergpanorama: ein toller Abschluss für meine dreitägige Entdeckungstour.

Perfekte Mischung im Skigebiet

Der Skicircus ist eine Wintersport-Destination mit einem facettenreichen Angebot. Die Vielseitigkeit, die sich aus den unterschiedlichen Charakteren der drei verbundenen Gemeinden ergibt, gehöre schon lange zur DNA des Skigebiets, bestätigt auch Kornel Grundner. „Vom Austausch zwischen den Gebieten hat der Skicircus bereits ab der Mitte der 70er-Jahre profitiert.“ Dass die Mischung bei den Gästen ankomme, sehe man an der hohen Dichte an Stammgästen in der Region.

Diese werden übrigens in Leogang, wenn sie seit 25 Jahren kommen, mit ihrem Namen auf einer Gondel der Asitzbahn geehrt. „In Kitzbühel bekommen die Hahnenkamm-Sieger ihre Kabine, in Leogang unsere Stammgäste“, sagt Grundner. Auch das ist eine ziemlich lässige Idee.

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