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Höher geht’s früher

In gut einem Dutzend Gletscherskigebieten der Alpen laden frisch präparierte Pisten bereits jetzt zum Start in die Saison 2023/24 ein. Während der goldene Oktober die Täler in bunte Farben taucht, glitzert von den Gipfeln das Weiß des ersten Schnees – ein wunderschönes Setting, um den Winterauftakt zu zelebrieren.
Zwei Skifahrer auf der Piste mit Gondelbahn im Hintergrund.
© Gletscherbahnen Kaprun AG

Wenn die Wetterdienste im Herbst für die Hochlagen Schneefälle ankündigen, dann ist es sofort wieder da: das Verlangen, endlich wieder Schwünge in den Schnee zu zirkeln. Aber längst nicht mehr alle Areale, die im Oktober üblicherweise verlässlich Schnee bieten, stellen dann auch schon die Lifte an.

Tignes, Val Thorens und der Presenagletscher am Passo Tonale, die ehedem Skifahren an 365 Tagen im Jahr boten und noch bis vor Kurzem die Saison im Oktober starteten, lassen die Lifte dieses Jahr erst ab Ende November laufen. Auch der Vorabgletscher in Laax und Glacier 3000 bei Gstaad (Start jeweils am 4.11.) eröffnen den Winter inzwischen etwas später. Am Dachsteingletscher wurde der Skibetrieb sogar komplett eingestellt.

Umso begehrter sind inzwischen die verbliebenen früh verfügbaren Pisten, gerade auch bei Rennteams, Vereinen und Nationalmannschaften. Da kann es dann schon mal eng werden, und Wartezeiten an den Liften sind nicht auszuschließen, wenn ein noch limitiertes Angebot auf breite Begeisterung über den Start der neuen Saison trifft.

Die in den letzten Jahren rasant beschleunigte Schmelze des leider gar nicht mehr so ewigen Eises macht es den nach wie vor früh öffnenden Gletscherskigebieten zudem zunehmend schwerer, ihre Pisten für den Herbst herzurichten. Auf Eis braucht man nur wenige Zentimeter Schnee für den Start. Liegen die ehemals eisbedeckten Felsen erst einmal blank, kann es für das Präparieren einer Piste auch mal einen Meter Schnee brauchen.

Daher setzen die meisten Gletscherskigebiete auf Snowfarming: Sie schieben den im Frühjahr reichlich vorhandenen Schnee zusammen, decken ihn ab, bewahren in so über den Sommer vor dem Abtauen und nutzen ihn im Herbst für die Herstellung der Abfahrten zwischen zurückweichendem Gletscherrand und den Talstationen. Zermatt und das Pitztal nutzen zur Schließung dieser Lücke auch Vakuumschneeerzeuger, die selbst bei Plusgraden funktionieren.

Wir haben die Skigebiete zusammengestellt, die in den Alpen jetzt schon auf der einen oder anderen Basis Skibetrieb anbieten. Was dort an Abfahrten genau verfügbar ist, hängt immer noch vom Wetter ab. Bis zum 5. November kann man auch noch am Stilfser Joch, dem letzten reinen Sommerskigebiet der Alpen, Ski fahren. Der Schnalstaler Gletscher, der sonst Anfang September in Betrieb geht, öffnet wegen der Erneuerung der Zubringerseilbahn von Kurzras diesen Herbst erst Mitte Dezember. Alternativen zu den alpinen Gletscherskigebieten sind die finnischen Skiorte Levi und Ruka, die dank Snowfarming jeweils am 6. Oktober den Winter 2023/24 einläuten. In Schweden öffnet Kåbdalis am 21. Oktober, in Colorado planen mit Keystone, Arapahoe Basin, Loveland und Wolf Creek ebenfalls einige Areale einen Start schon im Oktober.

Gletscherskigebiete

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