5 Minuten

Leichte Handschuhe für warme Skitage

Auch wenn es im Frühling warm ist und man beim Skifahren mehr schwitzt als friert, sollte man auf Handschuhe nicht verzichten. Für warme Tage beim Frühlingsskifahren gibt es auch leichte Handschuhe, die den Skifahrer schützen und die Finger warm halten.
©

ZANIER, Martin Lugger

Skifahren im Frühling hat einige Vorteile. Es ist lange hell, die Sonne scheint öfter, und daher können die Frostbeulen unter den Skifahrern auch endlich entspannt die Ski anschnallen und auf die Piste gehen. Schließlich zeigt das Thermometer im März oder April in der Regel eher Plus- als Minusgrade an, und statt einer dicken Daunenjacke würden ein T-Shirt und eine kurze Hose fast ausreichen, um beim Skifahren nicht zu schwitzen. Doch auch wenn es draußen warm und der Schnee von der Sonne aufgeweicht ist, sollte man auf ein Paar gute Handschuhe nicht verzichten. Die leichten Skihandschuhe für den Frühling sollen dabei nicht primär warm halten, sondern vor allem die Hände schützen.

„Egal ob warm oder kalt, bei einem Sturz sind die Hände beim Skifahren massiv gefährdet“, erklärt Martin Hannemann, Geschäftsleiter Marketing und Vertrieb bei Reusch. „Selbst bei niedrigen Geschwindigkeiten reicht der Kontakt zum Schnee, um sich allein dadurch Abschürfungen oder ähnliche Verletzungen zuzuziehen.“ Gerade im Frühjahr, wenn es warm ist, besteht der Schnee dazu noch aus relativ großen Eiskristallen, welche sehr scharfkantig sind. Kommt es hier zu einem Sturz, sind die Folgen schwer, und großflächige Schürfwunden und Schnittverletzungen sind die Folge.

Sonne beim Skifahren wird überschätzt

„Unabhängig davon ist auch jeder Kontakt mit den Skiern oder dem Snowboard risikobehaftet, da die Stahlkanten schnell zu schwerwiegenden Verletzungen führen können, nicht nur bei einem Sturz, bei einem solchen aber umso mehr“, beschreibt Hannemann einen weiteren Risikofaktor.

Außerdem werden beim Skifahren im Frühling die Temperaturen schnell überschätzt. Mag es im Stehen zunächst noch warm und angenehm erscheinen, so ändert sich dies schnell, wenn man sich in Bewegung befindet. Rasch sind Geschwindigkeiten von 60 70 km/h oder auch darüber erreicht. Hierbei kühlt die Hand schnell aus. Verstärkt wird dies, wenn sie dazu noch nass ist.

Skihandschuhe sind technische Highlights

Trotz guter Schutzfunktion gibt es einige Skifahrer, die im Frühling auf Handschuhe verzichten, weil sie zu stark schwitzen. Moderne, leichte und dünne Handschuhe sind aber atmungsaktiv und winddicht, was für die Produktentwickler nicht immer einfach in der Umsetzung ist. Martin Hannemann erklärt: „Ein winddichtes Material kann als ‚offen‘ bezeichnet werden, da dies nicht mit einer PU-Beschichtung versehen ist und/oder aus einer gewirkten/gewobenen Gewebestruktur besteht.“

Handschuhe werden im Unterschied zur Bekleidung nicht durch das Obermaterial wasserdicht gemacht – man müsste eine Vielzahl an Nähten tapen, was zum einen technisch nicht machbar wäre und zum anderen dazu führen würde, dass der Handschuh extrem steif würde –, sondern durch das Einarbeiten einer kompletten handschuhförmigen Membrane, die als Zwischenschicht eingebaut wird. „Bei winddichten Handschuhen wird dies durch die Verwendung von winddichten Obermaterialien erzielt. Diese sind zwar grundsätzlich wasserabweisend, lassen aber ab einer relativ niedrigen Wassersäule dann Nässe ins Innere des Handschuhs. Der Vorteil liegt eben darin, dass diese Materialien hoch atmungsaktiv sind, da wie erwähnt die PU-Beschichtung fehlt, welche die Wasserdichtigkeit langfristig garantiert. Somit bleibt der Wind draußen, aber der Feuchtigkeitsaustausch kann in hohem Maß stattfinden“, erklärt der Handschuh-Experte.

© Hersteller

Skihandschuhe trocken halten

Doch gerade wenn es im Frühling warm ist, bleibt es nicht aus, dass man an den Händen und Fingern schwitzt. Es gilt also zunächst einmal, den für hohe Temperaturen richtigen Handschuh zu finden, der ein Mindestmaß an Schutz und Isolation bietet, gleichzeitig aber auch eine maximale Atmungsaktivität garantiert. So wird verhindert, dass man zu viel schwitzt, bzw. es ist gewährleistet, dass der produzierte Schweiß zuverlässig abtransportiert wird.

Um am nächsten Tag nicht in nasse Handschuhe schlüpfen zu müssen, ist es wichtig, die Skihandschuhe nach dem Skitag richtig zu trocknen. „Wie man Handschuhe richtig trocknet, hängt vor allem vom Material ab“, sagt Jonas Magnusson, Global Head of Product bei Hestra. „Handschuhe aus synthetischem Material können bei niedrigen Temperaturen in einem normalen Wäschetrockner getrocknet werden.“ Wenn die Handschuhe einen eigenen Innenhandschuh haben, sollte dieser separat getrocknet werden. Etwas Vorsicht ist bei Lederhandschuhen geboten. „Für Lederhandschuhe empfehlen wir Raumtemperatur anstelle von zu hohen Temperaturen oder direkter Hitze wie beim Ablegen auf einen Heizkörper“, empfiehlt Magnusson. „Das kann das Leder im Handschuh beschädigen und es trocken, brüchig und steif machen.“

Zwei Handschuhe sind besser als einer

Hat man dennoch einen nassen oder feuchten Handschuh, ist in erster Linie Geduld gefragt. Man sollte einen Handschuh wie gesagt nie auf eine Heizung zum Trocknen legen. Zum einen wird dadurch ein an der Oberfläche nasser Handschuh auch innen feucht, da die verdunstende Feuchtigkeit auch den Weg ins Innere findet. Außerdem werden die Materialien in Mitleidenschaft gezogen. Ein Handschuh sollte bei Raumtemperatur gleichmäßig trocknen können. Auch Föhnen oder Ähnliches macht das Material kaputt und sollte daher nicht genutzt werden.

„Die beste Lösung ist neben dem passenden Handschuh einfach ein zweites Paar, das dann genutzt werden kann. In der Zwischenzeit kann der andere Handschuh dann trocknen“, gibt Martin Hannemann einen einfachen Tipp. Gegebenenfalls kann man bei starker Schweißbildung auch einen dünnen Unterziehhandschuh einsetzen. Dieser nimmt Feuchtigkeit auf und kann separat trocknen. Das geht dann verhältnismäßig schnell, sodass der Handschuh zügig wieder ein trockenes Tragegefühl bietet. Handschuhe halten beim Skifahren nicht nur die Hände warm, sie sind ein unverzichtbares Element der persönlichen Schutzausrüstung.

© Leki

Handschuhe richtig pflegen

Die richtige Pflege von Ausrüstungsgegenständen zählt zum Basiswissen eines Skifahrers, so auch bei Handschuhen. Gerade Naturmaterialien wie Leder verlangen den richtigen Umgang. Das Wichtigste zuerst: Handschuhe mit Ledereinsatz, ob mit oder ohne Membran, bitte niemals in die Waschmaschine geben. Stärkere Flecken lassen sich durch eine milde Seife entfernen, ansonsten reicht zumeist ein feuchtes Tuch. Nasse Handschuhe trocknen am besten bei Raumtemperatur. Eine regelmäßige Pflege verlängert neben der Lebensdauer der Handschützer auch deren Funktionalität. Gute Gründe also, sorgsam damit umzugehen.

Das könnte Dir auch gefallen

Die besten Skischuhe für sportliche Abfahrten - High-Performance-Skistiefel
High-Performance-Skischuhe sind die sportlichsten Skischuhe auf dem Markt, bei ihnen stehen Stabilität, Kraftübertragung und Präzision im Fokus. Das muss aber nicht zulasten des Komforts gehen. Skischuhspezialist Karl-Heinz Greil erklärt, für welche Fahrertypen die hochsportlichen Skischuhe Sinn ergeben.
6 Minuten
Nie mehr Skifahren ohne Rückenprotektor - Gut geschützt auf der Piste
Wer sich beim Skifahren vor schweren Verletzungen bestmöglich schützen möchte, sollte neben einem Helm auch einen Rückenprotektor tragen. Nicht nur im Gelände, auch auf der Piste!
6 Minuten
So wichtig ist der Flex-Wert eines Skischuhs - Interview mit Skischuh-Experte Janik Schettel
Auf der Suche nach dem richtigen Skischuh stößt man zwangsläufig auf den Flex-Wert, der angibt, wie hart, sprich wie sportlich ein Skischuh ist. Aber woher weiß man, wie hart der Skischuh für einen sein muss? Skischuh-Experte Janik Schettel beantwortet im Interview diese Frage und sagt, wie man den idealen Flex findet.
6 Minuten
Die besten Skischuhe für jeden Skifahrer - High Performance Boots
In den Skischuhen entscheidet sich, ob eine Abfahrt Spaß macht oder ob man den Skitag schon nach wenigen Schwüngen lieber wieder beendet. Unser Experte erklärt, was einen guten Skischuh ausmacht und warum man als Hobbyfahrer nicht unbedingt den sportlichsten Boot wählen sollte.
5 Minuten