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Lesedauer 3 Min.

Etikettenschwindel – wo Wissenschaft draufsteht, ist nicht immer Wissenschaft drin

In der neuen Ausgabe seiner Kolumne äußert sich SKIMAGAZIN-Autor Christoph Schrahe zu verbreiteten Unwahrheiten zum Thema Skisport.
Fotoaufnahme einer verschneiten Bergkulisse.
© Tourismusverband Paznaun - Ischgl

Wissentliche Falschbehauptungen (kurz: Lügen) werden heutzutage gern mit dem verharmlosenden Begriff „alternative Fakten“ umschrieben. Schlimm genug, dass die Taktik, durch ständiges Wiederholen von Unwahrheiten Menschen von deren Richtigkeit zu überzeugen, auf breiter Front von rechtsextremen Kräften eingesetzt wird. Noch erschreckender ist es, dass dies auch Gruppierungen so halten, denen man landläufig durchaus lautere Absichten unterstellt. Und weil man darauf vertraut, dass es sich um die Guten handelt, werden deren Aussagen auch von seriösen Medien ungeprüft verbreitet und von deren Lesern, Hörern und Sehern für bare Münze genommen.

Ein Beispiel dafür ist die durch den WWF Österreich publizierte Studie „Blick unter die Schneedecke: Wie der Wintertourismus alpine Landschaften zerstört“ des Biologen Alfred Ringler, in der dieser versucht, die ökologischen Auswirkungen von vier Jahrzehnten Skitourismus im Alpenraum zu erfassen. Basierend darauf erstellte man eine Skigebiets-Blacklist, die 1:1 in vielen Tageszeitungen auftauchte. Unter den fünf alpenweit am kritischsten beurteilten Skigebieten waren zwei österreichische Reviere. Das veranlasste Ulrike Pröbstl-Haider, Professorin am Institut für Landschaftsentwicklung, Erholungs- und Naturschutzplanung der Universität für Bodenkultur in Wien, dazu, Ringlers Methode, seine Vorgehensweise und Recherche unter die Lupe zu nehmen.

Wäre es nicht so traurig, wie Ringler und der WWF versucht haben, unter dem Deckmantel der Wissenschaft unseren Sport und die gesamte Wintersportbranche zu diskreditieren, könnte man über Pröbstl-Haiders Erkenntnisse lachen. Eine Wiedergabe aller kritikwürdigen Aspekte würde den Rahmen dieser Kolumne sprengen, daher nur einige Highlights: Dem Skigebiet Galtür wird eine großflächige Beseitigung von Blockfeldern und Felsstürzen im Zusammenhang mit dem Skibetrieb vorgeworfen. Tatsächlich wurden dort auf 75 Hektar vom Land Tirol als Projektbetreiber Wasserbausteine entnommen, um die Schäden eines Hochwasserereignisses zu beheben und Bäche und Straßen zu sichern. Die Fläche wurde renaturiert, das Skigebiet hatte keinerlei Nutzen, es gibt keine neuen Pisten. Die laut Ringler zwei Schneiteiche im Skigebiet Planneralm sind gar keine. Es gab dort zum Zeitpunkt der Studie nur den natürlichen Plannersee und ein Auffangbecken eines Kleinkraftwerks. In Donnersbachwald wurden (später wieder aufgeforstete) Windwurfflächen als Rodungen von Bergwald für den Skibetrieb bewertet.

Kernproblem von Ringlers Methode war es, nur auf Basis von Luftbildern zu arbeiten und Verdachtsfälle nicht sorgfältig nachzurecherchieren, etwa durch Rückfragen bei den Betreibern oder zuständigen Behörden. Aber das hätte die Ergebnisse ja weniger dramatisch ausfallen lassen und war von daher vermutlich nicht gewünscht. Dass man mit solchem Etikettenschwindel das Vertrauen in die Wissenschaft allgemein untergräbt – mit all den daraus resultierenden Folgen für vor uns liegende Herausforderungen wie etwa beim Klimaschutz –, ist ein weiterer trauriger Aspekt derartiger „Studien“. Aber Ideologen ist eben leider jedes Mittel recht – siehe oben.

Christoph Schrahe sammelt nicht nur Skigebiete, vermisst ihre Pisten und beschreibt sie im SKIMAGAZIN. Er pflegt auch eine Datenbank mit allerlei Informationen zu den Liftanlagen und Wintersportgebieten dieser Welt. Zuletzt ergänzte er diese vor allem um Fakten zu Ökonomie und Ökologie. Jetzt ist er überzeugt: Das Ski-Business gehört in puncto Umwelt zu den Guten – und wird stetig besser!

In den Bergen

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