Avec Plaisir

Die neue französische Charme-Offensive: Riesige Betonbunker, gesichtslose Retortenstädte, unfreundliches Personal, Sprachprobleme und pisten, die, ohne auf die Natur zu achten, in die Hänge gesprengt werden – für viele Skifahrer ist Frankreich im Winter keine Reise wert. Mit einer Charme-Offensive wollen viele französische orte mit alten Vorurteilen aufräumen.

neuer_name
Abendstimmung: In der Dämmerung bietet Les Menuires einen stimmungsvollen Alpen-­Panorama-Anblick.

Text: Christian Riedel

Val D'Isère, Trois Vallées, Albertville, Méribel, Chamonix oder Les Deux Alpes – alleine der Klang dieser Namen lässt uns schon von tief verschneiten Powder-Hängen und schier endlosen Pisten träumen. Doch es haben sich viele Misstöne in das Lied über die französischen Skigebiete eingeschlichen. Zwar gibt es an der Schneequalität und der Größe der Skigebiete nichts zu bemängeln, doch Abseits der Pisten boten die ­französischen Alpen viel zu oft nur wenig vom typisch französischen Charme.

Ein gutes Beispiel dafür ist Trois Vallées mit seinen Hauptorten Val Thorens, Les Menuires, Courchevel und Méribel. Mit über 600 Pistenkilometern, 169 Liften und rund 200 Kilometern Freeride-Area gehört Trois Vallées zu den größten Skigebieten der Welt. Aber während viele Fahrer von den unendlichen Möglich­keiten auf Ski schwärmen, kommt wahrscheinlich keiner auf die Idee, die Skiorte als schön oder ­gemütlich zu beschreiben.

In vielen französischen Skistationen reiht sich Bau­sünde an Bausünde. Die Touristenbunker in Leichtbauweise sind Überbleibsel des Skibooms in den 60er- und 70er-Jahren, als man versucht hat, möglichst viele Skifahrer auf möglichst wenig Raum unterzubringen. In den etwas niedriger gelegenen Orten waren die architektonischen Fehlgriffe vielleicht nicht ganz so dramatisch, aber im Vergleich zu den anderen Alpenländern setzte man in Frankreich eher auf Funktionalität als auf Ambiente. Herausgekommen sind Retortenorte, die man sich besser nur nachts oder nach einer intensiven Après-Ski-Party anschauen sollte.

Die fragwürdigen Skihotels sind aber nur ein Problem­, mit denen sich die Wintersportdestinationen herumschlagen müssen. Frankreich genießt bei vielen nicht gerade den Ruf, besonders gastfreundlich gerade gegenüber den deutschen Nachbarn zu sein. So landete Frankreich bei einer Umfrage vom „Handelsblatt“ von 2012 mit fast 20 Prozent auf Platz 1 der unfreundlichsten Länder weltweit. Letztendlich halten wohl auch sprachliche Probleme viele Wintersportler davon ab, in die französischen Alpen zu fahren. Denn ohne ein Wort Französisch zu sprechen, bekommt man bei unseren westlichen Nachbarn ­massive Verständigungsprobleme.

Den kompletten Artikel erhalten Sie in Heft 06/16 von skimagazin. Hier können Sie das Heft nachbestellen.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: SkiMAGAZIN Nr. 06 / 2016

Aktuelle Beilagen und Specials

  • catalog flat
  • catalog flat