Elmar Stimpfl: "Ich muss an Katja Seizinger denken"

VIST – diese vier Buchstaben stehen für sportliche Höchstleistung und ExClusivität. Im Interview spricht Firmengründer Elmar Stimpfl über sein Erfolgsrezept als "kleiner Fisch im großen Haifischbecken Skibranche".

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Herr Stimpfl, Sie mit ihrem Background als Rennfahrer: Wie ist Ihnen die Idee gekommen, eigene Platten herzustellen und so den Einstieg in die Skiindustrie zu schaffen?

In meiner aktiven Karriere hatten ein Kollege und ich eine Lieblingsplatte, die aber recht teuer war und daher oft ab- und anmontiert wurde. Dennoch wurde sie immer besser, was uns doch sehr verwundert hat. Als diese Platte dann nicht mehr verkauft wurde, haben wir angefangen, etwas Neues zu entwickeln. Dank zufälliger Kontakte und viel Arbeit konnte eine entsprechende Platte auf den Markt gebracht werden.

Und was war der Durchbruch?

Da muss ich definitiv an Katja Seizinger danken: 1998 ist sie mit einer Vist-Platte Abfahrts­olympiasiegerin in Nagano geworden. Auf den Siegerbildern sieht man unseren Firmen-namen. Aus aller Welt riefen Leute an, ob sie nicht auch unsere Platten nutzen könnten. So ist aus einem Scherz zum privaten Gebrauch Ernst und eine Firma geworden.

Die dann ja sehr schnell erfolgreich wurde.

Ja, das stimmt. Das lag auch an den Skifirmen: Fast 90 Prozent der Weltcup-Fahrer wurden von uns beliefert – entweder mit Vist-Produkten oder aber mit Platten, die wir für bekannte Marken hergestellt hatten. Dadurch haben wir uns einen guten Namen gemacht.

Das spiegelt sich auch darin wider, dass VIST stets TopFahrer unter Vertrag hatte. Wie erklären Sie sich das? Normalerweise ist es doch schwer, sich als kleines Unternehmen gegen die großen Namen in der Branche zu behaupten.

Als Marke hatten wir stets einen hervorragenden Ruf, der mit hoher Qualität in Verbindung gebracht wurde und wird. Ich hatte Glück, dass ich durch meine aktive Karriere viele Kontakte knüpfen konnte. Spätestens der Gewinn der Slalom-WM durch Sarka Zahrobska 2007 hat das Interesse weiter nach oben getrieben. So haben wir gelernt, dass der Rennsport ein Werbeträger sein kann.

Und wie kam der Kontakt zum russischen Verband zustande?

Sie haben uns einfach gefragt. Da haben wir uns gesagt: Vist war in Russland immer stark, die Russen lieben italienische Marken – warum sollten wir also nicht das kleinste der größten Teams ausstatten? Und nach anderthalb Jahren Zusammenarbeit können wir sagen: Wir sind sehr zufrieden mit der Entscheidung!

Käme DENN aUCH ein richtig großes Team infrage?

Aus heutiger Sicht: nein. Das werden wir nicht hinbekommen, dafür sind die Kosten zu groß. Man riskiert als kleine Firma, den falschen Weg zu gehen. Wenn man viel ausgibt, muss man auch viel umsetzen – das bedeutet, wir hätten mit unserem Preis heruntergehen müssen, was wiederum der Exclusivität geschadet hätte. Das wollen wir nicht.

Die Vist-Skikollektion ist – gerade im Vergleich zu den Big Playern in der Branche – relativ klein. Woran liegt das?

Wir sagen uns immer: Vist ist ein Unternehmen von Freunden, das Produkte für Freunde herstellt. Daher sind wir zufrieden, für unsere sportlichen Kunden gute Produkte in kleiner Auflage herzustellen.

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Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: SkiMAGAZIN Nr. 01 / 2017

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