Im Express-Tempo zum Top of Europe

Seit dem 5. Dezember ist die Schweizer Bergwelt um eine Attraktion ­reicher. Nun geht es in Interlaken/Grindelwald im Kanton Bern noch schneller und komfortabler zu den Skipisten und zur ­höchsten Bahnstation Europas aufs Jungfraujoch, Top of Europe.

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© Jungfraubahnen 2019

Am 5. Dezember war es so weit: Die ­Jungfraubahnen ­haben den Eiger Express eröffnet und damit das Generationenprojekt "V-Bahn" abgeschlossen – und verfügen somit jetzt über das ­modernste Liftsystem der Alpen!

Die Männlichenbahn, die schon seit dem 14. Dezember 2019 in Betrieb ist, bildet den rechten Arm der V-Bahn-Anlage, der nagelneue ­Eiger Express jetzt den linken. Er braucht nur 15 Minuten, um die Bergstation ­Eigergletscher auf 2.328 Meter Höhe zu erreichen. Mit der ­hochmodernen 3S-Bahn ist man nun 47 Minuten schneller auf dem Jungfraujoch.

Projekt der Superlative!

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© Jungfraubahnen 2019

Das Projekt umfasst acht Komponenten und wurde in 908 Tagen Bauzeit realisiert. Das Investitionsvolumen beträgt 470 Millionen Schweizer Franken (rund 435 Mio. Euro). Im Kurzinterview spricht Urs Kessler (58), Direktor der Jungfraubahnen, über den Bau.

SkiMAGAZIN: Welche Vision wollten Sie mit dem Projekt umsetzen?

Urs Kessler: Die Vision, zu der dieses Projekt beiträgt, sind 12 Monate Hochsaison. Denn das Jungfraujoch hat 365 Tage im Jahr geöffnet. Auch die Zwischensaisonen haben hier ihren besonderen Reiz. Dann hat man die Bergwelt mehr für sich. Gerade der Oktober zum Beispiel ist eine wunderschöne Zeit, weil die Sicht klarer ist und das Wetter besonders stabil.

Welche Vorteile ergeben sich durch das Projekt für die Gäste?

Die Gäste haben mehr vom Berg. In 15 Minuten kommen Wintersportler so auf die Skipiste, 47 Minuten sparen unsere Gäste auf dem Weg zum Jungfraujoch – Top of Europe. Die Erhöhung der Kapazitäten und die Verkürzung der Reisezeit sind zentrale Vorteile. Verbunden mit viel Service und Komfort in der neuen Bahn, wobei das Landschaftsbild kaum beeinflusst wurde.

Was war das Besondere an der Planung des Projekts? Was macht es zum Generationenprojekt?

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© Jungfraubahnen 2019

Es gab definitiv eine neue Herangehensweise für das Projekt. Wir haben aus der Vogelperspektive geplant – nicht wie üblich aus der Froschperspektive. Man hat geschaut, was das Beste für die Jungfrau-Region und das Projekt ist und dabei die Umwelt immer im Blick gehabt. So hat der Eiger Express zum Beispiel nur sieben Streckenstützen. Es ging um die bestmögliche Planung der insgesamt acht Komponenten: Der Eiger Express, die Männlichenbahn, das neue Rollmaterial der Jungfraubahn, das einzigartige Grindelwald Terminal, der Anschluss an den öffentlichen Nahverkehr, der Shuttle zur Firstbahn ab dem Terminal, das Parkhaus, die Shoppingmöglichkeiten. Diese acht Komponenten greifen wie ein Zahnrad ineinander.

Ist der 5. Dezember 2020 nicht ein ungewöhnlicher oder gar falscher Zeitpunkt für die Eröffnung des Eiger Express?

Der 5. Dezember 2020 ist zunächst ein großer Erfolg, weil wir den Bau wie geplant umsetzen konnten. Aber 2020 ist sicher nicht das Jahr, um an Gewinne zu denken. Es ist aber das Jahr, um gesund und gestärkt aus einer nicht vorhersehbaren Krise hervorzugehen. Denn der Wintersport muss weiter stattfinden, er ist zentral für die Bergregionen. Und er soll Perspektiven, Abwechslung und Freude an der guten, frischen Schweizer Bergluft vermitteln – mit den entsprechenden Schutzkonzepten.

Weitere Infos gibt es auf: www.jungfrau.ch

Quelle: Jungfraubahnen Management AG & genböck pr + consult

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Neu ist auch das Grindelwald Terminal.
© Jungfraubahnen 2019

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