"Im Skiurlaub muss das Komplettpaket stimmen!"

Martha Schultz hat mit Ihrem Bruder aus dem ­­Familienbetrieb ein Großunternehmen mit sieben Skigebieten, acht Hotels und sechs GastronomieBetrieben gemacht. Die Schultz Gruppe steht heute für Skispaß der Superlative. Wir haben mit der Tirolerin über ihre innovativen Ideen und Projekte gesprochen.

Frau Schultz, Sie haben 2004 mit Ihrem Bruder das Unternehmen nach dem Tod Ihres Vaters übernommen. Wie haben Sie es In so kurzer Zeit zu Österreichs größtem Seilbahnunternehmen machen können?

Martha Schultz: Um erfolgreich zu sein, muss man Produkte weiterentwickeln, auch Skigebiete. Wenn man innovativ in einem Bereich ist, dann hat man die Chance, dass sich die ein oder andere Vision weiterentwickelt. Natürlich funktioniert nicht alles gleich gut, aber wenn man immer auf dem Gleichen sitzen bleibt, kommt man nicht weiter.

Worauf legen Sie besonderen Wert?

Unsere Gäste sollen eine Infrastruktur auf neustem Stand und top-präparierte Pisten vorfinden. Aber es geht auch um die Natur und das Genießen. Bei uns haben die Gäste nicht nur Pisten-Fahren „nine to five“, sondern auch Hütten und Kulinarik. Wir wollen auch im Service spitze sein. Man kann den Skibus nehmen, hat Skidepots, muss nicht mit Skischuhen Stufen rauf. All das gehört zum genussvollen Urlaub. Das Komplettpaket muss stimmen.

Wie schafft man den Spagat zwischen höchster Qualität und einem günstigen Preis?

Jede Leistung hat ihren Preis. Das heißt aber nicht, dass man nur in Fünf-Sterne-Häusern wohnen kann. Ein gutes Preis-Leistungs-­Verhältnis kann auch eine Frühstückspension bieten oder ein Jugendhotel für Schulklassen. Man darf nicht beim Kunden sparen, sondern bei den Overhead-Kosten. Da sind wir ein starkes Unternehmen, weil wir selbst viel mitarbeiten. Und der Kunde kann sehen, wenn Lifte oder Hütten ausgetauscht werden, dass wir jedes Jahr erheblich investieren.

Kommen wir zu Ihrem neusten Projekt im Zillertal: Wie wichtig ist der Zusammenschluss der Skigebiete Spieljoch/Fügen mit dem Hochzillertal durch eine neue Bahn?

Die bisherige Spieljochbahn gehörte der Kommune und dem Tourismusverband. Die Entwicklung war nicht so gut wie in anderen Skigebieten im Zillertal. Da ist der Druck von der Unternehmerschaft gekommen, dass es Veränderungen geben muss. Fügen ist der größte Ort des ­Zillertals, und der Großteil der Gäste ist mit dem PKW nach Kaltenbach gefahren, weil es keinen öffentlichen Skibusverkehr gab. Die Idee des Zusammenschlusses war es, dem Ganzen ein „Round-up“ für die Gäste zu geben, aber auch den Verkehr und die Mobilität zu regeln.

Was genau hat es mit der neuen Bahn auf sich?

Die Spieljochbahn wird eine spektakuläre Verbindung. Es wird eine 3S-Bahn von Gipfel zu Gipfel gebaut. Das gab es so noch nicht in den Alpen. In Whistler, in Amerika, gibt es das so ähnlich.

Haben sie von Anfang an vorgehabt, etwas zu bauen, das es in Europa so noch nicht gibt?

Das war die Idee meines Bruders. Um im ­internationalen Wettbewerb mitzuhalten, baucht es solche Leuchtturmprojekte.

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Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: SkiMAGAZIN Nr. 04 / 2016

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