So werden Kinder-Körper geschädigt!

Der Tiroler Jörg Spielmann (69) ist seit Jahrzehnten im Ski- und Stiefel-Metier tätig. Zuerst für die Industrie, später für den Handel. Er betreibt in Garmisch-Partenkirchen den Sportshop Boot Performance und gilt als eine Art „Skischuh-Papst“ der Branche. Was ihn nicht daran hindert, gegen Missstände der Szene zu wettern. Im SkiMAGAZIN-Interview verrät er sie.

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Felix Neureuther hat in SkiMAGAZIN-Interviews zweierlei gestanden: Erstens, dass das Schönste am Ski-fahren für ihn sei, wenn er abends die Skistiefel ausziehen könne. Und zweitens, dass er Normalschuhgröße 44 hat, jedoch Skistiefel in Größe 41,5 fahre. Ist das auch für Normalskifahrer zu empfehlen?

Nein! Und wenn man viel mit Jugendrennlauf zu tun hat wie ich, dann ist das natürlich erschreckend. A-Kader-Läufer sind keine Vorbilder für die Youngster. Die Stars nehmen die Skischuhe deshalb zu kurz, weil sie glauben, dass sie dadurch mehr Druck auf den Ski bringen – der biegt sich dadurch besser durch. Aber es ist orthopädisch nicht vertretbar, dass die Weltklasse teilweise zwei Nummern kleiner fährt.

Warum nicht?

Weil es 28 verschiedene Knochen im Fuß gibt. Und wenn die Gelenke zusammengepresst werden, verliere ich das Gefühl. Es setzen die Tastsinne aus, da kommt nichts zurück. Das Sprunggelenk ist außer Funktion. Somit ist das Nonsens, was die machen! Eine Fehlmeinung bei den Verantwortlichen – und die ist gravierend, wenn man bedenkt, wie viele Knieverletzungen aufgrund zu intensiver Kraftrückstände durch den Schuh zustande kommen!

Betrifft das auch Kinder?

Natürlich. Auch die meisten Skistiefel im Kinder-Rennsport sind zu klein und zu hart – haarsträubend, was man da sieht! Wenn man sich mit der Bio-mechanik im Skilauf und der Orthopädie des Fußes bzw. des Beines beschäftigt, fragt man sich manchmal schon, welches Wissen in dieser Richtung bei den Verantwortlichen im Kinderrennlauf vorhanden ist. Wir sehen solche Fälle fast täglich, wo Aussagen und Empfehlungen für die Kinder in Richtung Körperverletzung gehen. Klar: Kraftübertragung im Rennlauf ist wichtig. Aber bitte ohne den Körper des Kindes zu schädigen.

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Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: SkiMAGAZIN Nr. 03 / 2014

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