« Voriger Artikel   |   Nächster Artikel »

Typische Fahrfehler …

… und wie man sie vermeidet: Besser Ski fahren bedeutet mehr Spaß am Sport. Darum machen wir uns gemeinsam mit den Experten vom Deutschen Skilehrerverband (DSLV) daran, Ihre Ski-Skills zu perfektionieren. Mit unserer Serie wollen wir Ihnen helfen, die 12 typischsten Fahrfehler abzustellen. Diesmal beschäftigen wir uns mit der Innenlage des Oberkörpers und Kantbewegungen im Kurvenverlauf

Fehler 11: Oberkörper und Kopf kippen zu sehr nach innen

Wenn man über Innenlagen oder Schräglagen im Skilauf spricht, kommen einem unweigerlich Bilder vom derzeitigen Riesentorlauf-Dominator Ted Ligety in den Sinn. Mit unglaublichen Innenlagen schafft er es dennoch, den größtmöglichen Druck am Außenski zu erzeugen, ohne in Sturzgefahr zu kommen. Nur wenige Menschen können allerdings diese Technik umsetzen und mit solchen Innenlagen spielen. Bei normalen Hobbyskiläufern funktioniert dies nur bis zu einem gewissen Grad. Meistens zeigt es uns aber auch das häufigste Fehlerbild, das es im alpinen Skilauf gibt. Eben das Fahren mit zu viel Innenlage des Oberkörpers.

Die Taillierung der Ski verzeiht ein gewisses Maß an Innenlage des Oberkörpers bei entsprechendem Tempo, doch irgendwann helfen selbst Fliehkräfte nicht mehr, um den Druck am Außenski aufrecht erhalten zu können. Der Fehler beginnt meistens schon mit dem Kippen des Kopfes. Viele Hobbyfahrer steuern ihre Innenlage mit dem Kopf und kippen diesen zu sehr zur Kurvenmitte. Anschließend folgt auch der Oberkörper dem Kippen des Kopfes und man fährt automatisch nur mehr über die Innenlage in die Kurve ein. Die Konsequenz: Der Außenski verliert durch den zu geringen Druckaufbau an Grip und schert aus. Am Ende steht die klassische Scherenstellung der Ski, denn da der Außenski an Druck verliert, büßt man auch ganz klar an Kontrolle und Steuerqualität ein.

Um wieder Kontrolle zu gewinnen, muss man versuchen, den Oberkörper in eine stabile Position zu bringen, mit ihm nach außen auszugleichen und ihn möglichst aufrecht zu halten. Hilfreich ist es ebenfalls, sich hüftaufwärts immer talwärts auszurichten, denn so beugt man einer Innenlage effizient vor. Je stabiler das System des Oberkörpers ist, desto besser kann man die Position kontrollieren. Eine gewisse Spannung der Rumpfmuskulatur ist dabei äußerst wichtig. Nur so kann man den Oberkörper stabilisieren und eine Innenlage vermeiden.

Eine gute Übung für dieses Fehlerbild ist, den Kopf möglichst senkrecht über den vorderen Bindungsbacken des Außenskis zu halten. Bei langsamem Tempo kann man sich während der Fahrt gut selber kontrollieren.

Steigert man die Geschwindigkeit, steigen die Fliehkräfte, und das ganze System (Knie, Hüfte, Oberkörper) verlagert sich etwas nach innen zur Kurvenmitte. Der Druck am Außenski geht dabei aber nicht verloren.

neuer_name
© istockphoto.com/edge69_human, Peter Henrich
neuer_name
© istockphoto.com/edge69_human, Peter Henrich

Fehler 12: Kantbewegung zu gering

Dieses Thema wird Ihnen vermutlich schon bekannt vorkommen, zurecht. Allerdings sind wir das letzte Mal näher auf die Kantbewegungen zum

Kurvenwechsel eingegangen, und heute beleuchten wir das Aufkanten während der Kurvensteuerung.

Natürlich ist es wichtig, zum Kurvenwechsel den Ski so früh wie möglich auf die Kante zu bringen. Doch auch während der Kurve selbst kommt es zu wichtigen Kantbewegungen, die sich entscheidend auf die Steuerqualität auswirken.

Kantbewegungen stellen die dominanteste Bewegung dar. Das Problem der meisten Skifahrer ist allerdings, dass sie zu zaghaft mit dem Kanten der Ski umgehen. Der Ski bleibt zu flach aufgestellt und kann daher nicht auf Zug die Kurve fahren. Um den Ski trotzdem lenken zu können, behelfen sich die meisten Skifahrer der Drehbewegungen. Hierbei kommt es allerdings zu einem deutlich höheren Rutschanteil (Driften) und dadurch auch zu einer eher unökonomischen Fahrt und zu einer geringeren Steuerqualität. Am Spurbild kann man selbst die beste Kontrolle durchführen. Bei einer perfekt gecarvten Kurve wird man nur die beiden Spuren der Kanten im Schnee erkennen, bei einem hohen Rutschanteil hingegen entstehen größere weggerutschte Flächen, bei denen man den Kanteinsatz der Ski nicht mehr erkennen kann.

Um den Aufkantwinkel zu erhöhen wird zuerst das Sprunggelenk nach innen gekippt. Trotz wenig Spielraum im engen und festen Skischuh wird auch hier der Kantwinkel reguliert. Danach folgen das Kniegelenk und die Hüfte. Bei der Bewegung der Hüfte zur Kurvenmitte muss man aufpassen, dass diese nicht verdreht wird, da es sonst zu einer Schrittstellung der Beine kommt und man sich selbst durch diese „Endposition“ behindert. Man ist dann nicht mehr bewegungsbereit. Die Hüfte sollte immer achsenparallel zu den Knie- und Sprunggelenken sein.

Will man den Kantwinkel schnell verändern – z. B. bei kurzen Radien – nutzen wir hauptsächlich das Knie- und Sprunggelenk. Bei großen Radien mit höherer Geschwindigkeit baut man den Kantwinkel vorwiegend über die Hüftverlagerung auf, um die auftretenden Kurvenkräfte aufnehmen zu können. Vergessen darf man auch hier den Oberkörperausgleich nicht. Je größer der Aufkantwinkel werden soll, um so mehr muss der Oberkörper talwärts ausgleichen.

Ein Tipp, um den Kantwinkel vom Sprunggelenk her zu vergrößern: Verteilen Sie die Belastung während der Kurvensteuerung nicht auf den ganzen Fuß, Sie sollten den Druck nur auf der Innenkante des Fußes (vom großen Zeh bis zur Innenseite der Ferse) spüren. Christian Bauer

neuer_name
© istockphoto.com/edge69_human, Peter Henrich
neuer_name
© istockphoto.com/edge69_human, Peter Henrich

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: SkiMAGAZIN Nr. 03 / 2014

Aktuelle Beilagen und Specials

  • catalog flat
  • catalog flat

Events

16.03 – 24.03.2019
Meran (Südtirol) - Gusto on Snow
16.03 – 23.03.2019
Ski Amade - Ski und Weingenusswoche
23.03 – 29.03.2019
Südtirol - Nostalgietag im Skigebiet Watles
23.03 – 30.03.2019
Hochkönig - 3. Craftbier Festival der Alpen
23.03 – 30.03.2019
Großarltal - Ladies Week
27.03 – 31.03.2019
Kanzelwand - Telemark-Fest und Deutsche Meisterschaft
29.03 – 31.03.2019
Hauser Kaibling - Winterfestival
05.04 – 07.04.2019
Obertauern - Gamsleiten Kriterium
06.04.2019
Nauders - Roland Kaiser mit Band
23.11 – 30.11.2019
Sulden - Skitestwoche
24.11 – 30.11.2019
Pitztal - 50. Ski Opening Westdeutscher Skiverband