Power für Park & Pipe

Mit diesen Übungen bekommen Freestyler Beweglichkeit und Kraft für artistische Einlagen

Text Hubert Fehr BILD Dieter Menne

Fahren, Springen und Tricksen im Funpark, im Gelände und auf der Piste bringt zusätzliche und ganz neue Anforderungen. Drehungen und Sprünge spielen eine viel größere Rolle als beim üblichen Skifahren. Sogar vielfache Drehungen in der Luft müssen bei der Landung wieder sicher gestanden werden.

Ganz spezifische Kraft ist fürs Springen bzw. Landen gefordert, z. B. wenn wir in der Halfpipe in die Talsohle einfahren oder die Gegenflanke hochjagen. Beweglichkeit ist für die Tricks auf der Piste unabdingbar, sonst gelingen selbst „old school“-Tricks wie „one ski turns“ kaum. Gute Orientierung ist sowohl beim Fakiefahren wie auch bei allen Drehungen gefordert, es ist immer gut, wenn man auch ohne direkte Sicht weiß, wohin und wie man sich bewegt. Dann fällt einem auch die Gleichgewichtsregulation beim ungewohnten Rückwärtsfahren leichter.

Schnelligkeit und Timing sind nah verwandt. Vielfach muss auf schnellen Druckwechsel reagiert werden: in der Halfpipe und auf den Wellen, beim Abspringen von Schanzen oder über Knicks. Es geht also um unsere Schnelligkeit im Mikrobereich.

Das Überfahren von Wellen verlangt rasche und starke Ausgleichsbewegungen. Die Umkehr in der Halfpipe erfordert Drehungen von annähernd 90 Grad oder sogar über 180 Grad hinaus. Das Aufkommen nach einem Sprung über eine Steilform zwingt zu starken Ausgleichsbewegungen des Körpers und den Springer tief in die Knie.

Das Training für Park&Pipe muss vielseitiger als für viele andere skifahrerischen Disziplinen sein, vergleichbar beinahe nur mit dem turnerischen Training. Denn schließlich sind ja auch die Anforderungen extrem. Aber natürlich profitieren auch die Pistenfahrer von den zum Teil durchaus herausfordernden Aufgaben.

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Übung 1: Hüpfball

Der Hüpfball, auch als „Moonhopper“ bekannt, ist für den Skifahrer ein tolles Trainingsgerät. Bei höherem Körpergewicht (er ist bis zu 80 kg belastbar) muss man den Ball härter aufpumpen. Beim Aufwärmen sind Sprünge mit dem Hüpfball auch eine Super-Einstimmung für das Skitraining. Wer sicher springt und landet, „grabt“ mit der Hand an die Trittfläche. 30 – 60 Sekunden, 2 Serien

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Übung 2: Trampolinsprünge

Die Sicherheit für stabile Sprünge und Landungen gewinnt man auf dem Trampolin. Ein flachgestelltes Minitramp genügt. Stets darauf achten, dass die Körperachse schön senkrecht bleibt. Die Sprünge variabel mit Anziehen der Knie zur Brust, Drehungen und Einbeinsprünge gestalten. Die Sicherheit unbedingt beachten: Das Trampolin muss so frei stehen, dass Sie auch dann nicht ein Möbelstück oder ein anderes Trainingsgerät treffen, wenn Sie einmal neben dem Trampolin landen.

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Übung 3: Sitzball-Stand

Wer den Stand auf dem Powerball beherrscht, gehört in die Königsklasse der Gleichgewichtsartisten. Der Ball darf nicht zu straff sein, dann fällt diese Gleichgewichtsübung – die sehr spektakulär aussieht, aber gar nicht so schwierig ist – anfänglich viel leichter. Die Einstiegsübung zum sicher werden ist der Kniestand. Die größere Herausforderung ist es dann, mit einem ausschwingenden Medizinball oder einem Flexi-Bar-Stab den stabilen Stand zu halten. Aber wie bei allen Balancierübungen gilt: Mindestens zwei Meter um den Ball herum darf sich kein Gegenstand befinden, so dass man sich bei einem unfreiwilligen Abstieg nicht verletzt.

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Übung 4: Doppeldecker-Abfahrtshocke

Sie müssen mit der Doppeldecker-Abfahrtshocke keine Räuber erschrecken, wie es den Bremer Stadtmusikanten gelang. Der dafür erforderliche kräftige Untermann ist immer noch der Esel, er nimmt die stabile Bocksprunghaltung mit gebeugten Beinen und weit vorgebeugtem Oberkörper ein. Der Partner oder die Partnerin landet nach kraftvollem Absprung auf dem Rücken und sucht einen stabilen Stand. Nach vorne herunterspringen, mehrfach wiederholen.

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Übung 5: Einbeinstand auf dem Kreisel

Suchen Sie den stabilen Einbeinstand auf diesem vielseitig einsetzbaren, regulativen Gerät. Beugen Sie das Knie, strecken dabei das freie Bein nach vorne oder nach hinten. Bringen Sie zusätzlich einen schwingenden Flexi-Bar-Stab ins Spiel. So wird nicht nur das Gleichgewicht verbessert, sondern auch die Stabiltät der Rumpfmuskulatur gefördert.

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Übung 6: Hüpf-Twist

Klemmen Sie sich einen Ball zwischen die Knie, hüpfen dabei wie beim Twisttanz so, dass die Knie jeweils nach links und rechts drehen. Der Oberkörper dreht dagegen. 30 – 45 Sekunden

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