So gelingen die Fotos im Schnee

Mit diesen Tricks zeigen Ihre Bilder endlich, wie schön der Skitag wirklich war

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TEXT FLORIAN TAUSCH Bild DIETER MENNE, HERSTELLER

Kaiserwetter in den Bergen. Die Sonne blitzt vom blauen Himmel, der Schnee funkelt, und jauchzend tanzen Brettl-Fahrer durch den Powder. Klar, dass man von solchen Freudentagen gerne ein paar fotografische Andenken mit nach Hause nimmt. Doch häufig haben die Bilder später nichts mit der Szenerie in unserer Erinnerung zu tun: Der Schnee wirkt grau, die Farben falsch, das ganze Bild sumpft ab. Woran liegt’s? Die äußeren Bedingungen – so schön sie für den Skifahrer sein mögen – stellen ganz besondere Ansprüche an die Technik, darum verfügen viele Digitalkameras bereits über einen Schnee-Modus. Noch bessere Aufnahmen erreichen Sie jedoch, wenn Sie die Problematiken verstehen und im manuellen Modus selber ein paar Versuche machen.

Das Problem: Das Bild ist zu dunkel

Es klingt widersprüchlich: Viele Bilder wirken matt und dunkel, weil in den verschneiten Bergen zu viel Licht vorhanden ist. Die integrierte Belichtungsmessung, die auf ein mittleres Grau eingestellt ist, korrigiert den hohen Lichteinfall automatisch über die Blende und die Verschlusszeit nach unten. Dadurch wird das Bild unterbelichtet, der Schnee erscheint so grau, als ob sich ein Schleier über die Szenerie gelegt hätte.

Die Lösung: Im manuellen Modus der Kamera können Sie die Belichtung selber in 0,5er-Schritten nach oben und unten regulieren. Im Allgemeinen bringt eine Pluskorrektur von einer bis eineinhalb Blenden sehr gute Ergebnisse. Bei einem statischen Motiv, etwa einem Panorama, können Sie eine Belichtungsreihe durchführen. Bei dieser ändern Sie nach jedem Bild die Belichtung um eine halbe Blende nach oben. Später wählen Sie die optimale Darstellung am Computer aus.

Eine weitere Möglichkeit, die Bildqualität zu verbessern, bietet die Einstellung des ISO- bzw. ASA-Wertes, der die Licht-Empfindlichkeit reguliert. Das Prinzip ist folgendes: Je höher der Wert, desto weniger Licht braucht man für eine Aufnahme – was allerdings auch zu Lasten der Qualität geht. „Bei Schneeaufnahmen herrscht fast immer genug Licht, um mit 100 ASA zu fotografieren“, rät Sport-Fotograf Dieter Menne. „Dadurch erreicht man eine höhere Schärfeleistung und feinere Körnigkeit.“

Das Problem: Zu viele Kontraste

Viele Pistenbilder wirken wie moderne Gemälde: Der Schnee im Hintergrund ist eine einzige, weiße Fläche. Dunkle Bereiche – etwa das Gesicht unseres Skigefährten, der gerade in die Kamera winkt – sind häufig ein dunkler Brei. Gerade wenn die Sonne zur Mittagszeit hoch über dem Berg steht, tauchen diese Probleme auf. Daher empfiehlt es sich, die Kamera entweder in den Morgenstunden oder am Nachmittag aus dem Rucksack zu ziehen. Dann steht die Sonne tiefer und zeichnet mehr Strukturen in den Schnee, das Licht ist insgesamt wärmer. Außerdem empfiehlt es sich, bei nahe stehenden Objekten oder Menschen, den Blitz zu verwenden (jede Digitalkamera bietet die Einstellung eines „erzwungenen“ Blitzes). Durch diesen werden die Kontraste etwas ausgeglichen.

Das Problem: Der Akku ist schnell leer

Wenn es sehr kalt ist, bringen die Batterien oft weniger als die Hälfte ihrer Leistungsfähigkeit.

Die Lösung: Halten Sie die kleinen Energiepakete stets warm, am besten in der Innentasche ihrer Jacke, dicht am Körper. Gerade wenn zwischendrin eine längere Ab- oder Liftfahrt ansteht, lohnt es sich, die Akkus aus der Kamera zu entfernen und einzustecken. Vermeintlich leeren Batterien kann man durch einen warmen Hüttenaufenthalt wieder etwas Saft entlocken.

Das Problem: Kondenswasser

Häufig entsteht Beschlag und Kondenswasser, wenn man „durchfrorene“ Kameras und Objekte direkt ins Warme bringt. Physikalisch erklärt sich das durch die unterschiedliche Fähigkeit kühler und warmer Luft, gelöstes Wasser aufzunehmen. Beim Wechsel in die Wärme kühlt sich die Luft an der kalten Kamera ab und verliert dadurch ihre Fähigkeit, Wasser zu speichern. Dieses setzt sich dann in Tropfenform am kalten Gegenstand ab.

Die Lösung: Stecken Sie Ihr Material möglichst eng und luftdicht verpackt in eine Plastiktüte. So erwärmt sich die Kamera, ohne mit der wärmeren (sprich: feuchteren) Hüttenluft in Berührung zu kommen, Kondenswasser sammelt sich höchstens an der Außenseite der Tüte. Wenn Sie Ihren Apparat nach ein paar Minuten herausnehmen, gibt es keinen Beschlag mehr. Aber Achtung: Zur längerfristigen Aufbewahrung eignet sich die Plastik-tüte nicht, denn Feuchtigkeit im Inneren kann nicht entweichen – Korrosion und Schimmel können die Folge sein. <<<

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Mit der richtigen Belichtung gelingen selbst bei schwierigen Lichtverhältnissen gute Bilder.

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