Hüttentalk

Super – die Russen kommen!

Von Jupp Suttner

Der Georg freute sich, als er auf der Skihütte zur Mittags-Einkehr in seinem elektronischen Terminkalender blätterte. „Am 7. Januar ist ja schon wieder Weihnachten!“

Wir sahen ihn etwas verständnislos an. „Nicht bei uns“, erläuterte der Georg, „sondern in Russland.“ Ach so. Das wusste ja inzwischen jedes kleine Kind, dass stets einen Tag nach unserem Heilige-Drei-Könige-Fest die Russen Weihnachten feiern. Nur vergaß man es einfach immer wieder. Der Georg hatte es uns nun ins Gedächtnis zurück gerufen. „Und anschließend“, fuhr er fort, „haben sie zwei Wochen Ferien. Da jubeln sie in den Ski-Orten –

Suuuuuper, die Russen kommen!“ Mit ihren unermesslich dicken Bargeld-Bündeln in den Anoraktaschen – die dazu dienen, sämtliche örtliche Boutiquen und Bars glücklich zu machen.

Unglücklich hingegen fühlen sich bei derlei Gelegen-heiten oft die nichtrussischen Gäste. Erstens frisst sie der Neid wegen des oligarchischen Reichtums, den selbst Mittelschichts-Angehörige der ehemaligen Sowjetunion auszustrahlen vermögen. Und zweitens stören sie sich am bisweilen etwas tatarischen Benehmen. Dazu wusste der Georg sofort mit einer Geschichte aufzutrumpfen:

„F. Scott Fitzgerald, der amerikanische Schriftsteller, der den Großen Gatsby geschrieben hat, ihr wisst schon, den aus dem Film mit Leonardo di Caprio, also jedenfalls: der Fitzgerald hat vor ungefähr 80 Jahren in seinem Roman ,Zärtlich ist die Nacht‘ einen Tourismus-Boss an der Cote d’Azur klagen lassen: dass seit der 1917er-Revolution zwar keine Russen mehr da seien, und jene hätten sich ja meist wirklich unmöglich benommen. Aber ihr Geld, seufz, würde jetzt schon sehr fehlen!“

Respekt, Georg – das nennt man Allgemeinbildung, so was zu wissen! Und wir stimmten Fitzgerald sofort zu. „Wenn du einen Fremdenverkehrsdirektor vor die Wahl stellst“, warf Martin ein, „einen armen britischen Gentleman oder aber einen reichen russischen Nicht-Gentleman im Ort zu haben – wird der sich immer für die Marie entscheiden!“ Und wir erinnerten uns an den Ausflug nach Ischgl, wo es bereits Liftmasten mit Reklame in russischer Sprache gibt.

Für einige Ski-Destinationen fallen deshalb ab dem 7. Januar zwei Wochen lang Weihnachten und Ostern zusammen – wenn voller Pracht der Rubel rollt. „Eine schöne Bescherung“, grinste Georg, „für die Touristiker!“

Und wir hoben unsere Gläser: „Na sdorowje“ – „Auf die Gesundheit!“ Des Etats.

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