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Wahre Größe

Dass es viele Skigebiete mit Größenangaben nicht so genau nehmen, hat sich mittlerweile herumgesprochen. SkiMAGAZIN-Autor Christoph Schrahe hat daran einen nicht ganz unwesentlichen Anteil. Seine Messungen zur Abfahrtslänge brachten vor gut fünf Jahren eine mediale Lawine ins Rollen, der so mancher Pistenkilometer zum Opfer fiel. Trotzdem gibt es bis heute keine verbindlichen Standards dafür, wie Skigebiete zentrale Merkmale ihres Produkts zu deklarieren haben. Doch was könnte zu mehr Transparenz führen?

Text: Christoph Schrahe (erschienen im SkiMAGAZIN 4/2018)

Wenn ein Lebensmitteleinzelhändler auf eine Schale Erdbeeren 500 Gramm schreibt, diese aber nur 400 Gramm enthält, dann nennt man das Betrug. Natürlich spielt bei der Entscheidung, welche Erdbeeren man kauft, nicht nur die Menge eine Rolle. Farbe, Größe, Geschmack, bio oder nicht, regional erzeugt oder eingeflogen – all das ist ebenfalls von Bedeutung; für den einen Erdbeerlieb­haber ist das wichtiger, für den anderen dies. Aber wenn man denkt, dass man 500 Gramm bezahlt, will man die auch haben, oder?

Die Skiberge der Alpen werden von jeher in Pisten­kilometern „abgewogen“. Sowohl den Skigebieten als auch deren Kunden dienen diese als Vergleichsmaßstab für die Größe und damit auch den Abwechslungsreichtum unterschiedlicher Areale, denn im Gegensatz zum Wiegen gibt es keine verbindlichen Standards, wie Gebiete zentrale Merkmale ihres Produkts zu deklarieren haben. Eine Freiheit, die wohl keine andere Branche genießt und die leider immer noch zulasten der Kunden ausgenutzt wird. Wenn meine sportlich ambitionierten Kickerkollegen ihr jährliches gemeinsames Skiwochenende planen, dann kommen Gebiete mit weniger als 100 Kilometern gar nicht erst auf die Kandidatenliste. Da sind sie nicht die Einzigen, und das wissen auch die Marketing-Strategen in den Alpentälern. Dieses Wissen führt in Versuchung. Vor allem, weil nicht mal hemmungsloses Beschönigen justiziabel ist.

Das treibt dann teils bizarre Blüten. Bestes Beispiel dafür ist das Skigebiet Corvatsch-Furtschellas im ­Schweizer Oberengadin. Im Moment des Verfassens ­dieser Zeilen im Juli 2018 weist die Website ­des Resorts www.corvatsch.ch immer noch 120 Pistenkilometer aus. Ich bin mehrmals dort gewesen, habe alle Abfahrten mit GPS-Gerät im Gepäck abgefahren (in Begleitung des Schweizer Fernsehens DRS und des ZDF!), aber mehr als 43 Kilometer kamen beim besten Willen nicht zusammen. Dass da was nicht stimmt, hätten meine ­Fußballkameraden auch ohne Satellitentechnik gemerkt – und wären ziemlich enttäuscht gewesen, wenn sie nach nicht einmal zwei Urlaubstagen im Gebiet alles und jeden Winkel abgefahren hätten.

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Beeindruckend: Ski Arlberg bietet seinen Gästen stolze 387 Skimeilen – und ist damit führend in Österreich und auf Rang 5 im weltweiten Ranking.
© Ski Arlberg

Unterschiedliche Messansätze

Immerhin: Nachdem die Vergleiche zwischen gemessenen und kommunizierten Pistenlängen im Januar 2013 publik geworden waren, gab es Reaktionen. Sowohl der interna­tionale Seilbahnverband FIANET als auch die natio­nalen Seilbahnverbände der Alpenländer erarbeiteten Empfehlungen dazu, wie der Wert der Pistenkilometer ermittelt werden sollte:

• Für die Pistenlänge ist die effektive Länge der Piste (Schräglinie) maßgebend. Gemessen wird jeweils die Länge in der Pistenmitte.

• Bei Abzweigungen werden nur die Längen der effek­tiven Abzweigungen addiert.

• Es gibt keine Zuschläge irgendwelcher Art.

Ein weiterer Punkt, der im ursprünglichen Vorschlag des österreichischen Verbandes enthalten war, fand nicht Eingang in die Empfehlung der internationalen Verbände: Teilstücke von Pisten können nur dann doppelt gezählt werden, wenn diese Pistenteile als zwei Pisten markiert sind (z. B. identischer Teil einer roten und schwarzen Piste, der als rot und schwarz markiert ist, sich nach einigen hundert Metern dann aber teilt).

Sowohl die Österreicher als auch der Schweizer Seilbahnverband beließen diesen Punkt aber in den Empfehlungen an ihre Mitglieder. Das bedeutet, dass es nach wie vor unterschiedliche Messansätze gibt. Immerhin fallen diese doch eher seltenen Teilstücke kaum ins Gewicht. Bedeutender ist da schon, dass der französische Verband DSF einen ganz anderen Ansatz verfolgt. Grund dafür sind die sogenannten Skirouten. Die gibt es in Österreich, Deutschland und der Schweiz. Es handelt sich um Abfahrten, die markiert und vor Lawinen gesichert sind, die aber nicht präpariert und vor allem nicht bei Betriebsschluss durch einen Mitarbeiter des Seilbahnunternehmens kontrolliert werden.

Das spart viel Aufwand, und daher weisen die Skigebiete gerade in Österreich teils zahlreiche Skirouten aus. In Frankreich dürfen Skigebiete keine Skirouten ausweisen. Dort muss jede auf der Panoramakarte verzeichnete und im ­Gelände markierte Abfahrt auch gewalzt und kontrolliert werden. Als Ausgleich für diesen Nachteil verweigerte der französische Verband seine Zustimmung zu einer europaweit einheitlichen Regelung und empfiehlt seinen Mitgliedern, pauschal 30 Prozent auf den nach FIANET-Kriterien ermittelten Wert aufzuschlagen. Somit sind drei unterschiedliche Verfahren allein in den Alpen Basis für die Ermittlung der Pistenkilometer. Wer soll da noch durchblicken?

Wirkungslose Empfehlungen

Faktisch sind es aber noch viel mehr ­Varianten, denn an die Empfehlungen hält sich nach wie vor nur eine Minderheit der Bergbahnunternehmen. Positive ­Ausnahme ist Österreich, wo viele Skigebiete ihre ­Angaben korrigiert haben oder zumindest (wenn auch manchmal etwas versteckt) darauf hinweisen, dass die in großen Lettern gedruckte Zahl einen Zuschlag für gefahrene Kurven enthält. Für den Gast ist aber nicht immer erkennbar, auf welcher Basis die Angaben ermittelt wurden, weil es eben keinerlei verbindliche Standards gibt.

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Die Nummer 1: Der französischeVerbund Les Trois ­Vallées umfasst drei Täler mit acht ­Gebieten und ist mit 543 ­Abfahrtskilometern das größte Skiresort der Welt.
© Les Menuires/La Croisette/G.Lansard

Die Europäische Union, die ja ansonsten für ihre Normierungswut berüchtigt ist, sieht sich als nicht zuständig an (was sie in der Schweiz auch ohnehin nicht wäre). TÜV und Stiftung Warentest haben kein Interesse an dem Thema, und die Seilbahnverbände verweisen darauf, dass sie keine Weisungsbefugnis haben; mehr, als Empfehlungen auszusprechen, sei nicht möglich. Aber wie kann es sein, dass Unternehmen in Zeiten des mündigen Verbrauchers, der Corporate Governance und der smarten Technologien, die es jedem Gast ermöglichen, fehlerhaften Angaben auf die Schliche zu kommen, überhaupt noch ihre Kunden belügen?

Es scheint so, als seien viele schlicht von der Wahrheit ihrer Angaben überzeugt. Betreiber rechtfertigten überhöhte Angaben mit dem Verweis auf unterschiedlichste weitere Merkmale ihrer Skigebiete: besonders breite Pisten, die Gesamtpistenfläche, vielfältige gesicherte Off-Piste-Varianten und so manches mehr. Im italienischen Monterosa Ski erklärte man mir die Zahl von 180 Kilometern (nachgemessen waren es 78) als gewissermaßen symbolischen Wert, schließlich böte man die großartige landschaftliche Kulisse des gewaltigen, mehr als 4.600 Meter hohen Monterosa-Massivs und die Möglichkeit, zwischen drei Tälern hin und her zu pendeln.

Das Streben nach vielen Pistenkilometern

Hinter all diesen Erklärungen steckt letztlich der nachvollziehbare Wunsch nach einer Maßeinheit für den Wert eines Skigebietes. So spiegeln die kommunizierten Pistenkilometer für die Betreiber häufig eben keine reelle Länge wider, sondern eine „gefühlte“ Größe ihres Skigebietes, in die auch andere Aspekte als die echten Abfahrtskilometer eingehen. Schließlich soll dieser Wert ja auch dazu dienen, einen entsprechenden Preis zu ­erzielen – der Zusammenhang zwischen Pistenkilometern und Ticketpreis ist klar belegbar.

Trotzdem bleiben falsch angegebene ­Pistenkilometer für den Gast irreführend. Wenn aber nach wie vor ­viele Skigebiete die korrekte Angabe dieser Länge als zu eindimensional empfinden, dann braucht es vielleicht einen neuen Ansatz für eine branchenweit einheitliche ­Ermittlung der – auch seitens des Gastes – ­„gefühlten Größe“ eines Skigebietes. Könnte man einen solchen ­gefühlten Wert nicht in einen messbaren Wert ­überführen, ermittelt auf Basis einer nachvollziehbaren Methode, die unterschiedlichste Aspekte der Größe eines Skigebietes einbezieht?

Genau dazu hat sich die Redaktion des SkiMAGAZINs intensiv Gedanken gemacht. Zunächst haben wir uns gefragt, welche Aspekte denn überhaupt eine ­Rolle dabei spielen, wie groß, weitläufig oder abwechslungsreich wir ein Skigebiet empfinden. Denn die Größe ist sicher der wichtigste Aspekt, wenn es um den Wert eines Skigebietes geht. Ohne Zweifel sind die Pistenkilometer ein ganz wesentliches Größenmerkmal. Allerdings ist auch deren Zusammensetzung relevant, denn fünf Meter breite Forstwege, die gewalzt und als Pisten ausgewiesen werden, bringen zwar Kilometer, aber wenig skisportlichen Mehrwert.

Breite heißt Carven in XXL-Kurven

Überhaupt, die Breite: Für ein ganzes Skigebiet ergibt sich die durchschnittliche Breite der Pisten aus der befahrbaren Fläche, dividiert durch die Länge der Abfahrten. Breite Pisten bedeuten Platz, ermöglichen Carvingschwünge im XXL-Format und machen ein Skigebiet gefühlt tatsächlich größer. Und es gibt große Unterschiede: Der Kronplatz hat 476 Hektar Pistenfläche bei 80 Kilometer Abfahrtslänge, Sölden 436 Hektar mit 100 Kilometern und Kitzbühel 478 Hektar verteilt auf 193 Kilometer Strecke – leicht zu erraten, welches Skigebiet den größeren Skiweganteil hat.

Spricht man übrigens von der „Größe“ eines Landes, meint man in der Regel nicht die Länge des dortigen Autobahnnetzes, sondern seine Flächenausdehnung. Demzufolge ist Russland das größte Land der Erde. Daher könnte man bei der Betrachtung der Größe von Skigebieten auch deren flächenhafte Ausdehnung berücksichtigen. Bei Resorts mit identischer Abfahrtslänge kann die Ausdehnung erheblich voneinander abweichen. Besonders deutlich wird das beim Vergleich ­nordamerikanischer Gebiete mit hochalpinen Revieren der Alpen. So bringen diese dieselbe Abfahrtslänge locker auf einem Drittel der Flächenausdehnung unter – mit dem Effekt einer höheren Ähnlichkeit der eng benachbarten Pisten. Wenn Abfahrten gleich aussehen, leidet die Abwechslung. Fazit: Die Ausdehnung ist für die gefühlte Größe durchaus relevant.

Selbst Skigebiete, die eine weitgehend identische Abfahrtslänge, Ausdehnung und befahrbare Fläche haben, können sich in anderen Punkten deutlich unterscheiden. Zum Beispiel bei der Erstreckung. Das ist die größte Luft­linien-Distanz zwischen zwei Punkten im Skigebiet. Die beträgt im Revier Hochkönig 15,8 Kilometer, und die Landschaft wechselt auf dieser Strecke spürbar ihr Gesicht. Anders im auch 16 Quadratkilometer Ausdehnung aufweisenden Gebiet Winter Park in Colorado, wo maximal 5,8 Kilometer zwischen zwei Punkten innerhalb des Areals liegen.

Skigebiete dehnen sich außer in die Breite auch in die Höhe. Interpretiert man Größe wie bei einem Menschen als Länge vom Scheitel bis zur Sohle, dann wären auch Skigebiete, die einen besonders langen Weg vom höchsten zum tiefsten Punkt haben, besonders groß. Fühlbar wird die Höhendifferenz durch den Wechsel zwischen unterschiedlichen Vegetationszonen (vom Gletscher bis in den Laubwaldgürtel) und das Erleben großer Temperaturdifferenzen. Große Höhendifferenzen bedeuten auch hohe Berge, und wenn das Auge nicht nur mitisst, ­sondern auch Größe mitinterpretiert, dann wird klar, dass auch die Höhendifferenz ein Faktor beim subjektiven ­Größenempfinden ist.

Ähnlich, aber doch verschieden

Nicht in allen Skigebieten kann man jedoch mit einer Abfahrt vom höchsten bis zum tiefsten Punkt gelangen, gerade in den allergrößten liegen da manchmal noch Bergketten dazwischen. Wer aber schon einmal eine der Megaabfahrten der Alpen bewältigt hat und dabei eine Dreiviertelstunde ununterbrochen unterwegs war, der weiß, was für ein spezielles und einprägsames Erlebnis das ist. Eine einzige richtig lange Abfahrt kann so manches andere Größendefizit überstrahlen. Nicht umsonst wirbt Alpe d’Huez mit der Sarenne als längster Piste Europas – wenngleich sie statt der beworbenen 16 nur 10,7 Kilometer misst und damit nicht mal die längste Abfahrt des Gebiets von Alpe d’Huez ist!

Auch Reviere, die über die identische Gesamtlänge der Abfahrten, gleich viel Fläche, übereinstimmende Erstreckung und gleiche Höhenunterschiede verfügen, können sich trotzdem deutlich voneinander unterscheiden – und zwar in ihrer Topografie. Man kann 30 Pistenkilometer auf einer komplett in eine Himmelsrichtung exponierten Bergflanke mit 400 Höhenmetern unterbringen, sie können sich aber auch über in vier Himmelsrichtungen weisende Flanken mehrerer Berge erstrecken. Durch die so gebotenen Perspektivwechsel wirkt ein reich strukturiertes Gebiet wesentlich größer, trotz identischer Statistik.

Diese Struktur könnte über die Anzahl unterschiedlicher Skigipfel und erschlossener Bergflanken innerhalb des Gebietes zahlenmäßig erfasst und vergleichbar gemacht werden. So umfasst die Sella Ronda in den italienischen Dolomiten 30 Gipfel und gut 50 unterschiedliche Geländekammern, während es im französischen Paradiski (Les Arcs/

La Plagne) trotz mehr Abfahrtskilometern als rund um den Sellastock nur zehn Gipfel und gut 25 Bergflanken sind.

Eine neue Maßeinheit

Werbemacher lieben einfache Botschaften. Da sind die Pistenkilometer nachgerade perfekt: eine einzige, unbestritten aussagekräftige Zahl in einer Einheit, der jedermann fortwährend begegnet. Zehn Zahlen, noch dazu teils in schwerer erfassbaren Dimensionen, sind kompliziert. Zehn Disziplinen, die gibt es auch in der Leichtathletik. Beim Zehnkampf werden die Einzelleistungen mit Punkten bewertet, und die Summe der Punkte entscheidet, wer sich größter aller Athleten nennen darf. Gute Werfer sind dabei im Vorteil, wer nur schnell laufen kann, zieht in der Endabrechnung den Kürzeren.

Um herauszufinden, auf welche Disziplinen es bei der Skigebietsgröße besonders ankommt, haben wir das Naheliegende getan: Skifahrer gefragt. Dabei konnten die Befragten bewerten, wie wichtig ihnen die unterschiedlichen Facetten im Hinblick auf die empfundene Größe eines Skigebietes sind, indem sie insgesamt 100 Punkte verteilten. Die konnten sie komplett auf ein Kriterium setzen oder beliebig auf unterschiedliche Aspekte verteilen. Wichtigstes Kriterium ist die Länge der Pisten (einschließlich Skirouten) mit 33,2 Prozent, es folgen die befahrbare Fläche mit 14,1 Prozent, die Höhendifferenz (12,5 %) und die Anzahl der Gipfel und Bergflanken (11,6 %), die Ausdehnung (8,5 %), die längste Abfahrt (7,7 %), die Erstreckung (7,4 %) und auf dem letzten Platz die Länge der Skiwege mit 5,0 Prozent (siehe Tabelle 1).

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© SkiMAGAZIN

Bevor man mit diesen Gewichten ein Zehnkampf­ergebnis ermitteln kann, müssen die Dimensionen auf einen Nenner gebracht werden, genau wie 70 Meter im Speerwurf und 2,00 Meter im Hochsprung. Wie bei der Punktetabelle des Zehnkampfs lässt sich das anhand der Weltrekordleistungen bewerkstelligen. Die beträgt zum Beispiel bei der Pistenlänge (ohne Skiwege) 455 Kilometer, bei der Ausdehnung 116 Quadratkilometer. Beim Zehnkampf lassen sich maximal 1.200 Punkte pro Disziplin sammeln, für die Ermittlung der Skigebietsgröße haben wir 600 angesetzt (warum, wird weiter unten erläutert). Die Tabelle 1 zeigt das Ergebnis für den Skicircus Saalbach.

Das größte Skigebiet der Welt, die französischen Trois Vallées, kommen nach diesem Schema auf 609 Punkte. Das entspricht ungefähr der Pistenlänge von 600 Kilometern, welche das Dreitälerskigebiet aktuell für sich in Anspruch nimmt. Der berechnete Punktwert liegt also nahe am gelernten Wert der Pistenlänge. Das macht Sinn, denn so wird der abstrakte Rechenwert eher greifbar. Die Kalibrierung mit 600 Punkten sorgt also dafür, dass die Ergebnisse in vertrauten Sphären bleiben. Damit das auch für die Begrifflichkeit gilt, sollte man es aber den Zehnkämpfern überlassen, sich in Punkten zu messen. Stattdessen betiteln wir das Resultat der Größenberechnung als Skimeilen. Meilen gibt es schließlich schon in verschiedenen Ausprägungen, warum also der englischen, geografischen und nautischen Meile nicht noch eine wintersportbezogene hinzufügen?

Richtig spannend wird es, wenn man die Skimeilen für einige der Gebiete ermittelt, die aus den erwähnten Gründen bei den Pistenkilometern überziehen. Während es für einige Skigebiete bezüglich der Ränge kaum Veränderungen gibt, klettern andere beim Skimeilen-Ranking. So erreicht die Zillertal-Arena fast exakt den Rang, den sie mit ihren einst kommunizierten 166 Pistenkilometern eingenommen hätte. Sölden springt dank viel Fläche und Höhenmetern in den Bereich des Rangs, den es mit den aktuell kommunizierten Pistenkilometern einnähme, das gilt auch für den Kronplatz und Engelberg (siehe Tabelle 2).

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© SkiMAGAZIN

Scheint, als ob die Skimeilen ziemlich nahe an die empfundene Skigebietsgröße herankommen. Freilich gibt es unter den Skifahrern genauso wie bei den Leichtathleten auch Spezialisten. Dann fällt die Gewichtung der einzelnen Größenaspekte anders aus als im Durchschnitt unserer Befragung. Daher wird das SkiMAGAZIN zukünftig bei den meisten Reisereportagen nicht nur die Skimeilen, sondern auch die Werte angeben, aus denen sie sich zusammensetzen. Die Resorts sollten dies im Interesse einer offenen Kommunikation auch tun. Beispielsweise in Form eines technischen Datenblatts. Wenn es die dann irgendwann von allen wichtigen Skigebieten gibt, können meine Kickerkollegen das Ziel des nächsten Skitrips bei einer Runde Quartett ausspielen.

Weil nicht allein die Größe zählt, widmen wir uns in der nächsten Ski­MAGAZIN-Ausgabe der Frage, was den Wert eines Skigebietes und damit einen angemessenen Preis für das Liftticket noch bestimmt. Da haben dann auch die Liftanlagen ihren Auftritt.

Weitere Informationen zum spannenden Thema Skigebietsgröße finden Sie auf: www.skigebietsbewertung.com

Alle Hefte können im Online-Shop des SportCombi Verlags nachbestellt werden.

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Wahre Größe – Auf der Suche nach einem Standard für Skigebiete: erschienen im SkiMAGAZIN 4/2018
© SkiMAGAZIN

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