Kommunikation am Hang - Habe verstanden!

Der Winter rückt immer näher! Der erste Skiausflug ist zum Greifen nah, da ­empfiehlt es sich, die alte Skiausrüstung aus dem Keller zu holen und auf Vordermann zu bringen. Bei der Gelegenheit lohnt sich auch ein Blick auf die neuesten ­technischen ­Errungenschaften im Kommunikationsbereich, die der Markt mittlerweile zu bieten hat. Denn sie machen das Skivergnügen nicht nur intensiver, sondern auch sicherer

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© Sebastian Reindl, Alexander Rochau, K2

Text: Christian Bonk & Bettina Thaller

Jeder leidenschaftliche Skifahrer ist stets bemüht, seine eigene Fahrtechnik weiterzuentwickeln und zu verbessern. Gutes Equipment ist da natürlich ein Muss, aber allein macht das noch keinen guten Skifahrer aus. Regelmäßiges Fahren und Feilen an der Technik sind die Grundvoraussetzungen, um sich kontinuierlich zu verbessern. Allerdings ist das beim Skifahren gar nicht so einfach, da man nicht direkt auf Anweisungen reagieren beziehungsweise nicht sofort auf Fehler hingewiesen werden kann, sondern erst, wenn die ganze Abfahrt geschafft ist. Kleinigkeiten, die den Unterschied ausmachen können, gehen da oft verloren. Aber auch hier hilft die moderne Technik mit einer Innovation, dank der nun Handzeichen und lautes Schreien auf dem Berg zur Verständigung abgeschafft werden können.

Funken wie die Profis

Als führender Anbieter von Komponenten für die Kommunikationstechnik im Fahrzeug und für den professionellen Funk hat die Firma Peiker nun ein kleines, handliches Gerät entwickelt, das die Kommunikation beim Fahrtraining im Skisport verbessert: den „Ceecoach“. Das innovative Kommunikationssystem basiert auf Bluetooth und garantiert eine stabile Sprachverbindung bis zu 500 Meter, unabhängig vom Smartphone oder Handynetz. So können zwei bis sechs Teilnehmer störungsfrei und ohne Verzögerungen auf dem Berg miteinander kommunizieren. Ein weiteres wichtiges Kriterium für Skifahrer ist die leichte Bedienbarkeit des „Ceecoach“, denn hierfür gibt es nur drei Tasten, die sich sogar mit Handschuhen regeln lassen.

Des Weiteren ist das Gerät unempfindlich gegen äußere Einflüsse wie Spritzwasser, Staub und Kälte. Und das alles schafft der „Ceecoach“ bei einer Größe von 75 x 50 x 24 Millimeter. Dank der hohen Audioqualität ist das Gerät bestens geeignet für den Einsatz während eines Trainings oder Skikurses. Denn selbst bei starken Nebengeräuschen sind die Anweisungen des Lehrers gut verständlich, sodass diese direkt vom Schüler umgesetzt werden können. Das klingt nicht nur gut, sondern hat sich auch schon in der Praxis bewährt. Der Deutsche ­Skilehrerverband (DSLV) hat schon positive Resultate mit dem „Ceecoach“ erzielen können.

Martin Brandlhuber, Disziplinkoordinator Ski Alpin im DSLV, berichtet aus eigener Erfahrung von dem Einsatz des „Ceecoach“ während des Trainings. Zum fahrerischen Bereich, zum Bewegungsspielraum und Timing kann der Skilehrer nun zeitnah ohne Verzögerung Anweisungen und Tipps geben. Bisher musste man sich vor ­einer Abfahrt auf dem Berg absprechen und danach resümieren. Jetzt kann der Lehrer beispielsweise ein Kommando zum frühen Kantendruck während des Fahrens geben, das der Schüler sogleich umsetzen kann. Besonders beim Einzel-training können so sensationelle Leistungen mit dem Gerät erzielt werden. Bisherige Kommunikationslücken können mit dem „Ceecoach“ ausgemerzt werden, was sehr häufig zu einem Aha-Effekt führt. Beim Gruppentraining kann das Gerät ebenfalls sinnvoll eingesetzt werden, um die Fahrleistung zu verbessern.

Das Kommunikationssystem eignet sich sowohl für Anfänger als auch für Profis. Ein mögliches Verletzungsrisiko, beispielsweise bei einem Sturz, ist sehr unwahrscheinlich. Denn das Headset sitzt unter dem Helm, im Grunde wie normale Ohrstöpsel. Das Gerät an sich ist klein und handlich, weshalb das Risiko nicht höher ist als mit einem Geldbeutel oder Handy in der Tasche.

Einziger Wermutstropfen sind die technischen Grundeinstellungen, die anfangs ein wenig aufwendig sind. Aber sind diese Einstellungen erst einmal vorgenommen, kann es sofort losgehen. Daher kann Martin Brandlhuber den „Ceecoach“ unbedingt als Ergänzung zum erfolgreichen Skitraining empfehlen. Er weist aber darauf hin, dass vor lauter Begeisterung über die neuen Kommunikationsmöglichkeiten am Hang nicht das Selbsttraining vergessen werden darf, damit der Schüler ein Gefühl für das Kurvenfahren entwickeln kann. Kombiniert man dieses mit dem „Ceecoach“-Training, führt das zu einem hochwertigen Unterricht mit tollen Ergebnissen.

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© Sebastian Reindl, Alexander Rochau, K2

Sicherheit am Berg

Aber der „Ceecoach“ ist nicht das einzige Gerät, das die Kommunikation auf dem Berg verbessert. Der „BC Link“ ist ein leistungsstarkes Funkgerät des nordamerikanischen Backcountry-Spezialisten BCA, das speziell für Bergsportler entwickelt wurde, um eine zuverlässige Gruppenkommunikation in den Bergen zu ermöglichen. Denn gerade im Winter bei nicht immer optimalen Wetterbedingungen sind die Gruppenteilnehmer schnell außer Rufweite, während die Kommunikation genau dann umso wichtiger ist. Der „BC Link“ ist für winterliche Bedingungen optimiert und ermöglicht eine verständliche Kommunikation auch bei schwierigen Verhältnissen.

Sicherheit am Berg auch eine Frage der Kommunikation

Das SkiMAGAZIN hat mit Max ­Anselstetter vom K2 Sports Europe Team über die Möglichkeiten, die der „BC Link“ bietet, gesprochen.

Sicherheit am Berg, das ist natürlich eine Frage der Kommunikation. Eure Antwort heißt „BC Link“. Wie funktioniert dieses System? Ich möchte in deine Aussage noch das Wort „auch“ einbauen. Über die korrekte Tourenplanung und Kenntnisse in der Kameradenrettung hinaus ist Sicherheit am Berg „auch“ eine Frage der Kommunikation. Unser „BC Link“-Funkgerät ist eine Jedermann-Funkanwendung, welcher der UHF-Frequenzbereich 446,000-446,100 MHz zugrunde liegt, kurz PMR446. Es ist mit jedem Standardfunkgerät auf dieser Frequenz kompatibel. Das „BC Link“ besitzt 8 Kanäle mit 38 Unter­kanälen für minimale Interferenz, ­welche am Smart Mic auf 6 freien Plätzen vorinstalliert werden können.

Wie ist die Resonanz auf die ­Geräte auf dem deutschen Markt? Die Resonanz der Händler ist sehr gut, da kein anderer Hersteller eine solche Anwendung im Angebot hat. Die „BC Links“ sind ab dieser Saison im Handel, ein geschlossener Kreis an Meinungsbildnern, die vorwiegend Bergführer sind, haben die Geräte bereits seit letzter Saison zum Test in Gebrauch. Für sie ist es eine logische Ergänzung, um eine Gruppe sicher am Berg zu guiden.

Es genügt ja kaum, wenn ein Einzelner sich ein Set kauft. Gibt es für Gelegenheits-Tiefschneefahrer Mietmöglichkeiten? Generell haben wir von BCA einen kleinen Testpool an Geräten für unsere Kunden und für Medien parat, da dieses System eine wirkliche Erweiterung der Sicherheitsausrüstung darstellt, die im Vorfeld getestet werden soll. Wir können aber nicht jedem Endverbraucher ein Testgerät für seine Tour anbieten, das würde jegliche Kapazitäten sprengen.

Ist die Bedienung intuitiv? Oder sind Schulungen ratsam, bevor es auf Tour geht? Die Knöpfe am „BC Link“ sind sehr überschaubar, und die Bedienungsanleitung ist ein DIN-A6-Blatt, einfacher geht es nicht. Ist der Sender in der Gruppe auf die gleiche Frequenz eingestellt, muss nur noch die Sprachtaste gedrückt werden, um mit seinen Weggefährten in Kontakt zu treten. 

Gibt es Erfahrungsberichte aus anderen Sportarten mit diesem oder ähnlichen Geräten? Über den Sommer haben wir die Geräte an Mountainbike-Gruppen verliehen, diese haben ähnlich Positives ­berichtet. Die „BC Links“ erleichtern einfach die Kommunikation am Berg, vor allem, falls der Sichtkontakt zwischen den einzelnen Gruppenteilnehmern abreißt.

Verfügt das Gerät auch über eine Notfunk-Taste, falls ein Einzel-User in Bedrängnis kommt? Sollte ein User Probleme haben, muss er lediglich einen Funkspruch absetzen, der von allen mit Funk ausgestatteten Teilnehmern gehört werden kann.

Vielen Dank für das Gespräch!

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Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: SkiMAGAZIN Nr. 06 / 2015

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